Gerichtsprozess gegen Schweizer in Singapur Graffiti-Sprüher zu Haft und Stockschlägen verurteilt

Stand: 25.06.2010 15:33 Uhr

Ein Schweizer Graffiti-Sprüher ist in Singapur zu drei Stockhieben und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Oliver F. hatte zugegeben, mit einem Komplizen in ein U-Bahn-Depot eingedrungen und zwei Waggons besprüht zu haben. Für die Sprühaktion bekam er drei Stockschläge und drei Monate, für das widerrechtliche Betreten des Geländes zwei Monate Haft. Die Gefängnisstrafen laufen parallel, so dass er nach drei Monaten entlassen wird. Der Schweizer, der bislang gegen Kaution auf freiem Fuß war, wurde nach dem Urteil sofort abgeführt.

Mit dem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der möglichen Höchststrafe. Für Vandalismus sieht die Rechtsprechung bis zu drei Jahre Haft vor. Zudem sind bis zu acht Stockschläge vorgesehen - eine Strafe, die noch aus Zeiten britischer Kolonialherrschaft stammt. Für das unerlaubte Betreten geschützter Bereiche hätten bis zu zwei Jahre Haft hinzukommen können.

Richter See Kee Oon betonte in seiner Urteilsbegründung, dass die Aktion nicht die Tat eines ungestümen Jugendlichen war. "Das war kalkuliertes kriminelles Verhalten", sagte der Richter. Die Strafe müsse auch abschreckende Wirkung haben.

Nachts in U-Bahn-Depot eingedrungen

Oliver F. war Mitte Mai nach dem Genuss von Alkohol mit einem Komplizen in der Nacht in das U-Bahn-Depot eingedrungen und hatte Waggons besprüht. Die Behörden reagierten schockiert. Der asiatische Stadtstaat ist auf sein sauberes Image stolz und will Verschmutzer mit seinen teils drakonischen Gesetzen abschrecken. Die U-Bahn-Gesellschaft stellte rund 11.000 Singapur-Dollar (6400 Euro) in Rechnung, die der Schweizer begleichen will.

Skyline von Singapur
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Singapur soll eine blitzsaubere Metropole sein - dafür sollen auch abschreckende Strafen für Verschmutzer sorgen.

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