Ägyptische Armeefahrzeuge auf dem Weg in den Nordsinai | Bildquelle: REUTERS

Anti-Terror-Einsatz Ägyptische Armee tötet 16 Extremisten

Stand: 11.02.2018 10:52 Uhr

Die ägyptische Armee hat bei einem Großeinsatz auf der Sinai-Halbinsel nach eigenen Angaben 16 Extremisten getötet. Vier weitere Extremisten sowie 30 Verdächtige seien festgenommen worden.

Nach dem Beginn einer groß angelegten Anti-Terror-Operation haben Ägyptens Streitkräfte eigenen Angaben zufolge auf der Sinai-Halbinsel 16 Extremisten getötet.

Mehr als 30 Verdächtige seien im Rahmen der jüngsten Sicherheitsoperation festgenommen worden, erklärte Heeressprecher Tamer al-Rifaai. Ziel der am Freitag begonnenen Aktion seien demnach Fahrzeuge, Waffenlager, Kommunikationszentren und illegale Opiumfelder gewesen.

Zahlreiche Anschläge auf Armee und christliche Minderheit

Ägypten hatte die Anti-Terror-Operation am Freitag nach zahlreichen Anschlägen in den vergangenen Monaten begonnen. Auch die Luftwaffe fliegt Angriffe. Die Operation konzentriert sich vor allem auf den Nord-Sinai, einer Hochburg von Extremisten. Dort ist ein Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv.

Extremisten hatten in den vergangenen Monaten mehrfach Anschläge auf Sicherheitskräfte, aber auch auf die christliche Minderheit in Ägypten verübt. Bei einem Angriff auf eine Moschee im Nordsinai kamen im vergangenen Jahr mehr als 300 Menschen ums Leben.

Auf zwei Baren werden Verletzte nach dem Anschlag auf eine Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel durch die Menschenmassen getragen. | Bildquelle: AP
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Nach dem Anschlag auf eine Moschee in Al-Arish verschärfte die ägyptische Regierung den Kampf gegen den Terrorismus.

Anti-Terror-Kampf vor der Präsidentenwahl

Ägyptens autoritäre Führung unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat sich seitdem den Kampf gegen den Terror auf die Fahnen geschrieben. Al-Sisi gab dem Generalstab der Armee und dem Innenministerium drei Monate Zeit, um Sicherheit und Stabilität auf dem Sinai herzustellen.

Ende März steht die Präsidentenwahl an. Die Wiederwahl al-Sisis gilt als sicher, da es keinen ernstzunehmenden Gegenkandidaten gibt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Februar 2018 um 08:00 Uhr.

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