Simpsons Trump | Bildquelle: picture alliance / Captital Pict

30 Jahre "Simpsons" Gelb, absurd, hochpolitisch

Stand: 17.12.2019 11:24 Uhr

Am 17. Dezember 1989 strahlte der Sender Fox die erste Folge der "Simpsons" aus. Die Serie ist sich treu geblieben, doch die TV-Quoten sinken. Kann Streaming die gelbe Familie retten?

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Willkommen in Springfield, einer kleinen Stadt irgendwo in den USA, wo die absoluten Durchschnittsamerikaner leben - so zumindest war die Intention von "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening. Er kreierte die gelbe Familie, die zumindest oberflächlich seiner eigenen Familie ziemlich nahe kommt. "Ich habe sie nach meiner eigenen Familie benannt", erzählte Groening in der Talkshow von Charlie Rose. "Homer ist mein Vater, Marge ist meine Mutter. Ich habe eine jüngere Schwester Lisa und eine kleine Schwester Maggie." Nur den Sohn habe er nicht Matt genannt, sondern eben Bart, damit nicht alle denken, die Geschichten seien autobiographisch.

Die Simpsons sind allerdings sowieso alles andere als eine Durchschnittsfamilie und haben in ihren 30 Jahren schon einiges erlebt: Homer fliegt ins All, Marge ist mal Bodybuilderin, Lisa und Bart lösen regelmäßig Kriminalfälle und Baby Maggie zettelt Kleinkriege mit einem anderen Baby an.

Matt Groening | Bildquelle: picture alliance / Newscom
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Matt Groening zwischen seinen Geschöpfen

Besuch von Lady Gaga

Doch es ist nicht nur der absurde und böse Humor, der die "Simpsons" ausmacht. Die Simpsons nehmen kein Blatt vor den Mund. Sie kommentieren auf ihre Art das moderne Amerika: Missstände wie das marode Schul- und Gesundheitssystem und manchmal können sie sogar in die Zukunft blicken. In einer Folge wird die Präsidentschaft von Donald Trump vorhergesagt, als die schlaue Lisa Simpson Präsidentin der Vereinigten Staaten wird und über ihren Vorgänger Trump sagt, er habe das Land wirtschaftlich ins die Misere gestürzt. Das war im Jahr 2000.

Auch jetzt ist es oft hochpolitisch - wenn die "Simpsons"-Macher beispielsweise Sonderermittler Robert Mueller auf Trump treffen lassen, der diesen bestechen will.

Auch viele Prominente haben Auftritte bei den "Simpsons" - die Band "Aerosmith" oder auch Lady Gaga durfte Springfield einen Besuch abstatten.

Szene aus der ersten Staffel von "Die Simpsons". (Foto: TM Twentieth Century Fox Film / ProSieben) | Bildquelle: dpa
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Ganz spurlos sind 30 Jahre auch nicht an den Simpsons vorbeigegangen - Szene aus der ersten Staffel. (Foto: TM Twentieth Century Fox Film / ProSieben)

TV-Quoten auf einem Tiefpunkt

Was die "Simpsons" außerdem so sympathisch macht ist, dass deren Macher wenig korrumpierbar scheinen. Die Serie wird im Programm des konservativen TV-Senders Fox ausgestrahlt, der immer wieder kritisiert wird. Auch der Disney-Konzern, der Fox aufkaufte, wird regelmäßig als böse dargestellt. Die Simpsons dürfen scheinbar alles.

Allerdings hat die Popularität der Serie im Laufe der Jahre abgenommen, zuletzt waren die TV-Quoten auf einem Tiefpunkt. Gerade jüngere Menschen schauen wenig lineares Fernsehen und scheinen auch nur noch wenig Interesse an der gelben TV-Familie zu haben. Möglicherweise ändert sich das nun durch eine neue Zweitheimat: Seit November werden die "Simpsons" auf dem neuen Streamingdienst Disney+ ausgestrahlt.

Willkommen in Springfield: 30 Jahre „The Simpsons“
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
17.12.2019 09:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2019 um 08:26 Uhr.

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