Simcha Rotem beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem | Bildquelle: dpa

Kämpfer des Warschauer Aufstands Simcha Rotem ist tot

Stand: 23.12.2018 10:12 Uhr

Er war einer der wenigen, die nach der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 fliehen konnte: Simcha Rotem. Nun ist der jüdische Widerstandskämpfer gestorben. Israels Premier Netanyahu würdigte ihn.

Der letzte Kämpfer des Aufstands im Warschauer Ghetto ist tot. Simcha Rotem sei im Alter von 94 Jahren in Israel gestorben, teilte der israelische Präsident Reuven Rivlin mit. Der Präsident erinnerte an den Einsatz des jüdischen Widerstandskämpfers gegen die Nationalsozialisten und würdigte ihn als Vorkämpfer für die Menschlichkeit. Rotem zählte zu den wenigen Ghetto-Bewohnern, die den Aufstand 1943 überlebten.

Fast einmonatiger Kampf gegen die Deutschen

Am 19. April 1943 hatte die Rebellion jüdischer Aufständischer begonnen, die sich gegen SS-Einheiten wehrten. Der fast einmonatige Kampf gegen die Deutschen scheiterte am 16. Mai 1943.

Seine blutige Niederschlagung besiegelte das Schicksal der meisten bis dahin überlebenden Warschauer Juden, die vor dem Krieg ein Drittel der Bevölkerung gestellt hatten. Tausende wurden erschossen oder in die Todeslager deportiert.

Rotem, bekannt auch als Kazik Ratajzer, konnte nach schweren Kämpfen gegen die SS-Einheiten mit anderen Kameraden durch einen Abwasserkanal aus dem zerstörten Ghetto fliehen. 

"Seine Geschichte wird uns immer begleiten"

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu würdigte Rotem. Dieser habe "gegen die Nazis gekämpft und Juden gerettet", twitterte er. Nach seiner Einwanderung habe er in Israel zahlreichen Menschen von seinen Heldentaten berichtet. "Seine Geschichte und die Geschichte des Aufstands werden unser Volk für immer begleiten."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Dezember 2018 um 10:20 Uhr.

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