Morgan Tsvangirai (Archivbild) | Bildquelle: AP

Simbabwe Oppositionsführer Tsvangirai gestorben

Stand: 15.02.2018 06:44 Uhr

Simbabwes langjähriger Oppositionsführer Tsvangirai ist tot. Der 65-Jährige erlag einem Krebsleiden. Trotz seiner Krankheit wollte er dieses Jahr zur Präsidentschaftswahl antreten.

Von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

"Niemand hat Präsident Robert Mugabe in der Vergangenheit mehr schlaflose Nächte bereitet, als Morgan Tsvangirai." Diese Aussage eines politischen Beobachters in Simbabwe beschreibt Tsvangirais Rolle in der Innenpolitik des Landes sehr gut.

Jahrelang hatte er das autoritäre Regime Mugabes, der inzwischen zurückgetreten ist, herausgefordert und für mehr Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gekämpft. Dabei ließ er sich auch von Verhaftungen und Folter nicht aufhalten.

Wohl Gewinner der Präsidentschaftswahl

Der ehemalige Gewerkschaftsführer begründete Ende der 90er-Jahre die Oppositionspartei "Bewegung für einen demokratischen Wandel“ (MDC) mit. Die Parlamentswahlen 2008 gewann Tsvangirai wohl. Aber im höchst umstrittenen offiziellen Ergebnis hieß es, keiner der Kandidaten habe die notwenige Mehrheit erreicht.

Mugabe überzog das Land mit Gewalt. Am Ende kam es zu einer international vermittelten Einheitsregierung unter Präsident Mugabe. Tsvangirai wurde Ministerpräsident. Bei den Wahlen 2013 erlitt er mit seiner Partei eine Schlappe und musste wieder in die Opposition.  

Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte Tsvangirai vor wenigen Wochen, als ihn Simbabwes neuer Präsident Mnangagwa besuchte. Auf den Bildern sah er geschwächt und abgemagert aus. Immer wieder reiste Tsvangirai nach Südafrika, um sich dort wegen einer Krebserkrankung behandeln zu lassen. Nun ist er dort mit 65 Jahren gestorben.

Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai ist tot
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
15.02.2018 09:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Februar 2018 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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