Menschen stehen vor einem Wahllokal in Harare in einer Schlange | Bildquelle: dpa

Simbabwe Hoffnung auf den Neubeginn

Stand: 30.07.2018 14:08 Uhr

Die erste Präsidentenwahl nach der Ära Mugabe weckt große Erwartungen in Simbabwe. Das Land solle wieder eine Zukunft haben, ist überall zu hören - politisch, aber vor allem wirtschaftlich.

Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg

Es ist ein sonniger Tag in ganz Simbabwe. Überall im Land haben sich vor den Wahllokalen lange Schlangen gebildet. Es scheint greifbar, dass das Land heute eine Zukunft bekommt.

Diese Frau vor einem Wahllokal in Simbabwes zweitgrößter Stadt Bulawayo drückt das so aus: "Ich hoffe auf ein freies Simbabwe. Ich bin 41, und seit der Unabhängigkeit hatten wir niemals eine richtige Wahl wie in anderen Ländern. Diese Wahl ist ein Meilenstein - zum ersten Mal können wir vielleicht frei sein."

Als europäischer Beobachter ist Elmar Brok im Land. Er klingt zufrieden: "Beim Wahlauftakt war alles in Ordnung", sagt er. "Die Wahlurnen waren versiegelt, alle Parteien haben zugestimmt, dass alles rechtens ist, auch die Opposition. Das ist bemerkenswert."

Simbabwe wählt ersten Präsidenten nach Mugabe
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.07.2018, Thomas Denzel, ARD Johannesburg zzt. Harare

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Wählen für die Zukunft der Kinder

Die Erwartungen der Wähler sind eindeutig - sie wollen ein besseres Leben. "Wir brauchen viele Investoren, die Geld hier reinbringen", sagt ein weißer Unternehmer in Bulawayo. Simbabwe habe viel zu bieten. "Wir wollen zeigen, dass wir kein gewalttätiges Land sind und uns freuen, wenn ausländische Investoren kommen, die Arbeit und neue Möglichkeiten bieten."

Wie auch immer die Wahl ausgehe, er hoffe auf Frieden, "und dass wir nach vorne schauen können. Ich hoffe auf ein besseres Land für alle, besonders für unsere Kinder."

Diese schwarze Frau in Harare hat ein ähnliches Anliegen: "Ich wähle heute für die Zukunft meiner Kinder", erklärt sie. Sie wolle, dass sich etwas ändert. "Ich bin alt und hatte gehofft, dass meine sechs Kinder für mich sorgen können." Das könnten sie aber nicht - alle seien arbeitslos. "Das Wahlergebnis sollte eine bessere Perspektive sein, damit es für unsere Kinder wieder Jobs gibt."

Oppositionsführer Nelson Chamisa (3.v.r) gibt in einem Wahllokal seine Stimme ab. | Bildquelle: dpa
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Oppositionskandidat Nelson Chamisa hat realistische Chancen auf einen Sieg.

"Die Zeit der alten Männer ist vorbei"

Von der Wahl hängt tatsächlich viel ab. Ausländische Investoren werden sehr genau schauen, was in Simbabwe passiert und ob es sich lohnt, dort Geschäfte zu planen.

Dirk Kotze, Politikwissenschaftler an der Universität von Südafrika, äußert sich zuversichtlich. Es gebe bereits definitiv weniger Gewalt und Einschüchterungen, sagt er. "Allein das ist schon ein Schritt nach vorn." Was auch immer heute passieren werde, allein, dass es 23 Präsidentschaftskandidaten gebe und dass es einen relativ offenen Wahlkampf gegeben habe, "das sind gute Zeichen".

Ein älterer Mann hat genau in dem Wahllokal gewählt, in dem auch Ex-Präsident Robert Mugabe seine Stimme heute noch abgeben will. Er würde zu Mugabe gern sagen: Stimme für Veränderung. Die Zeit der alten Männer sei vorbei. Change - Veränderung - dieses Wort hört man heute überall in Simbabwe. Es ist Enthusiasmus zu spüren. Wer auch immer die Wahl gewinnt, es wird ein Neubeginn sein.

Der Wahltag in Simbabwe
Jana Genth, ARD Johannesburg
30.07.2018 13:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juli 2018 um 12:35 Uhr.

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