Menschen in Wuhan feiern Silvester.  | AFP

Silvester weltweit Feiern in China - Kontrollen in Europa

Stand: 31.12.2020 20:27 Uhr

China und Neuseeland sind weitgehend ohne Corona-Neuinfektionen - und feierten bereits Silvester ohne Einschränkungen. Viele Länder bereiten sich hingegen auf einen ruhigen Abend mit teils strengen Regeln vor.

Der Abschied vom Corona-Jahr 2020 dürfte vielen Menschen leicht fallen, auch wenn die Feierlichkeiten weltweit sehr unterschiedlich ausfallen. Während in den meisten Ländern Silvesterfeiern nur sehr eingeschränkt möglich sind, wurde etwa in Neuseeland ähnlich gefeiert wie jedes Jahr.

Musikfestivals und Feuerwerksshows fanden ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Corona-Einschränkungen statt. Das Land verzeichnete seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr. In Auckland gab es eine Lichtshow rund um Harbour Bridge und Sky Tower, gefolgt von einem fünfminütigen Feuerwerk um Mitternacht. Eine der größten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht.

China: Feiern ohne Einschränkungen

Weil es in China den offiziellen Angaben nach kaum noch Infektionen gibt, hat das neue Jahr auch in der Volksrepublik ohne große Einschränkungen begonnen. Um Mitternacht wurden in einigen Städten Feuerwerke gezündet - unter anderem in Wuhan, der Stadt des ersten Corona-Ausbruchs. Silvester ist in China allerdings kein besonders wichtiger Feiertag. Nach dem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr erst im Februar.

Auch im benachbarten Taiwan, das seit Beginn der Pandemie nur sieben Todesfälle und 700 bestätigte Infektionen gemeldet hat, fand das übliche Feuerwerk neben dem großen Wolkenkratzer Taipei 101 statt.

Feuerwerk in Sydney - ohne Zuschauer

Ein anderes Bild zeigte sich im australischen Sydney, das zehn Stunden vor Mitteleuropa das Jahr 2021 einläutete. Statt der üblichen großen Silvesterfeier am Hafen gab es in diesem Jahr nur eine siebenminütige Show - so gut wie ohne Publikum.

Normalerweise zieht das Spektakel jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an. Dieses Jahr war die Gegend um den Hafen abgesperrt, beliebte Parks waren geschlossen. Von außen durften nur jene ins Zentrum Sydneys, die eine Reservierung in einem Restaurant hatten oder einer von fünf erlaubten Gästen eines Anwohners waren.

Die Behörden hatten zuvor verkündet, jeden mit einer Geldstrafe von 1000 Australischen Dollar (etwa 626 Euro) zu ahnden, der die Absperrungen zum Hafengebiet zu überwinden versuche. Das wirkte offenbar: Sydney habe einer Geisterstadt geglichen, je näher der Jahreswechsel rückte, sagten Beobachter.

Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney. | AFP

Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney. Bild: AFP

Auch in Japan wurde Silvester in diesem Jahr ruhig gefeiert. Wegen einer neuen Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen in Tokio rief Gouverneurin Yuriko Koike die Bewohner auf, Neujahr mit der Familie zu verbringen und zu Hause zu bleiben.

Corona-Einschränkungen in vielen Ländern

Vielen Ländern steht ein vermutlich ähnlich ruhiger Abschluss des Jahres bevor. Wegen der Corona-Pandemie waren viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio de Janeiro, São Paulo, Amsterdam und London. In Metropolen wie Berlin, Rom und Istanbul kontrolliert die Polizei mit Großaufgeboten die bestehenden Ausgangsbeschränkungen und Verbote.

In Italien etwa gibt es starke Ausgangsbeschränkungen. Zwischen 22 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen herrscht für die 60 Millionen Bürger und Bürgerinnen sogar Ausgangsverbot mit nur wenigen Ausnahmen. Partys hat die Regierung verboten. Höchstens zwei erwachsene Gäste aus einem anderen Haushalt dürfen zum Silvester-Essen mit am Tisch sitzen. Auch in der Türkei gelten verschärfte Ausgangsregeln.

Auch in Paris herrscht eine Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen vorab aufgezeichneten Spenden-Livestream mit Star-DJ David Guetta vor der Louvre-Pyramide.

In New York soll der traditionelle "Ball Drop" am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden.

Insgesamt dauert es 26 Stunden (11 Uhr MEZ am 31. Dezember bis 13 Uhr MEZ am 1. Januar), bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Als letztes sind die unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel dran.

Über dieses Thema berichtete tagesschau am 31. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.