Silvesterfeiern am Brandenburger Tor in Berlin  | dpa

Silvester weltweit Mal mit, mal ohne Feuerwerk

Stand: 01.01.2022 02:48 Uhr

Bis zu 16 Grad, keine großen Partys und nahezu kein Feuerwerk - so kommt Deutschland ins neue Jahr. In Australien und Asien hat 2022 schon länger begonnen - überall unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, aber nicht überall ohne Feuerwerk und Party.

Den Anfang machten natürlich auch diesmal die Inselstaaten Samoa und Kiribati, es folgten unter anderem Neuseeland und Australien, Südkorea und Japan, die Philippinen und China, Thailand und Vietnam: Das Jahr 2022 hat in einigen Ländern der Welt schon begonnen. In den meisten Ländern gelten wegen der Pandemie strenge Auflagen für die Silvesterfeiern.

In Deutschland verabschiedet sich 2021 mit ungewöhnlich milden Temperaturen, in Berlin zum Beispiel wird es mit mehr als 13 Grad das wärmste Silvester seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Im gut 1000 Meter hochgelegenen Oy-Mittelberg im Oberallgäu, aber auch in Dresden wurden mehr als 16 Grad gemessen.

Vor allem aus Furcht vor der raschen Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gibt es in Deutschland für private Treffen Kontaktbeschränkungen. Außerdem galt diesmal zum zweiten Pandemie-Silvester erneut ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk in den letzten Tagen des Jahres. Dabei geht es vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten. In manchen Städten ist das Böllern in bestimmten Bereichen auch ganz verboten - also auch mit Feuerwerk, das in anderen Ländern gekauft wurde oder noch im Keller lag. Die Polizei hat verstärkte Kontrolle angekündigt.

Lauterbach: "Übertreibt es nicht"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach meldete sich am Silvesterabend mit einem Tweet, um auf ironische Weise an die Vernunft der Menschen zu appellieren. "Übertreibt es nicht. Ich sehe euch. Grüße, euer Karl", steht auf einem Meme, das er verlinkte, auf dem er von draußen heimlich durch ein Fenster blickt.

Ganz falsch sei das bearbeitete Foto nicht, schrieb der Minister und wünschte einen "schönen letzten Abend in 2021". Er "appelliere an alle, ein letztes Mal, vorsichtig zu sein", schrieb er. "Testen, sehr kleine Gruppen, Mundschutz wo nötig und alleine Fernsehen bei Symptomen."

Feuerwerk in Sydney - trotz steigender Neuinfektionen

In Sydney waren - anders als beim letzten Jahreswechsel - wieder Zehntausende Zuschauer zum farbenprächtigen Feuerwerk vor der Kulisse der Harbour Bridge und des Opernhauses zugelassen. Interessenten mussten im Vorfeld ein Ticket für einen von rund 30 Aussichtspunkten kaufen. Im Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, explodieren wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante gerade die Corona-Zahlen. Am Freitag meldeten die Behörden mehr als 21.000 Neuinfektionen.

In China sagten wegen Corona mehrere Städte Feuerwerke und größere Festlichkeiten ab, darunter Peking und auch Wuhan, die Stadt, in der Ende 2019 das Coronavirus als erstes ausbrach. Silvester ist für die Chinesen an sich kein besonders wichtiger Feiertag. Nach ihrem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr diesmal Anfang Februar. Erst dann gibt es eine große Reisewelle. 2022 werden jedoch erhebliche Reisebeschränkungen erwartet.

 Zehntausende Einheimische und Touristen feiern in der berühmten Backpacker-Meile Khaosan Road in Bangkok Silvester | dpa

Zehntausende Einheimische und Touristen feiern in der berühmten Backpacker-Meile Khaosan Road in Bangkok Silvester. Bild: dpa

Ausgelassene Feiern in Bangkok

In Thailand - einem der wenigen Fernziele, an dem sich derzeit zahlreiche Touristen aufhalten - durften viele Lokale in der Silvesternacht ausnahmsweise bis 1.00 Uhr öffnen und bis dahin auch Alkohol ausschenken. In der Hauptstadt Bangkok begrüßten Zehntausende Einheimische und Touristen das neue Jahr in der berühmten Backpacker-Meile Khaosan Road. Die gesamte Straße, die bis vor wenigen Wochen wegen der Pandemie noch verwaist war, glich einer einzigen Rave-Party mit lauter Musik in jeder Bar.

Um Einlass zu bekommen, mussten Besucher einen Impfpass vorlegen - aber danach wurde getanzt, gesungen und getrunken wie in Vor-Pandemie-Zeiten. Die Corona-Zahlen sind in Thailand bisher trotz Omikron-Variante weiter niedrig und liegen landesweit täglich bei etwa 3000 Neuinfektionen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2021 um 20:00 Uhr.