Der ehemalige pakistanische Premierminister Nawaz Sharif verlässt das Gebäude, nachdem er vor einem Gericht erschienen ist. | Bildquelle: dpa

Pakistans Ex-Premier Sharif zu sieben Jahren Haft verurteilt

Stand: 24.12.2018 13:27 Uhr

Sieben Jahre Haft wegen Korruption: Pakistans ehemaliger Premier Sharif ist erneut verurteilt worden. Tausende seiner Anhänger hatten sich vor der Urteilsverkündung Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Ein Gericht in Pakistan hat den früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif wegen Korruption zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das bestätigten Behördenvertreter. Außerdem muss er umgerechnet 22 Millionen Euro Strafe zahlen. In einem zweiten Fall wurde Sharif freigesprochen.

Ihm wird vorgeworfen, Vermögen zu besitzen, das seine bekannten Einkommensquellen übersteigt. Dabei ging es vor allem um die ungeklärte Finanzierung eines Stahlwerks in Saudi-Arabien. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach dem Urteilsspruch wurde er festgenommen. Er kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Seine Partei, die Pakistanische Muslimliga, kritisierte das Urteil. Sie sprach von einem "schwarzen Fleck" auf dem Justizsystem. "Sie mussten ihn bestrafen und sie haben ihn in einem falschen Fall bestraft", sagte der ranghohe Funktionär Shahid Khaqan Abbasi. Die Menschen würden das Urteil nicht akzeptieren, warnte er.

Tausende Anhänger von Sharif und der Partei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) hatten sich vor der Urteilssprechung rund um das Gerichtsgebäude Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Unterstützer des ehemaligen pakistanischen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif rufen vor einem Gericht Parolen gegen die Regierung. | Bildquelle: dpa
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Tausende Anhänger Sharifs lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt

Sharif wurde im vergangenen Jahr wegen Korruptionsvorwürfen während seiner dritten Amtszeit abgesetzt. Er war bereits im Juli in einem Korruptionsprozess im Zusammenhang mit dem Kauf von Luxuswohnungen in London zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er legte Berufung ein und wurde im September gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Ins Rollen gekommen war die Affäre im Vorjahr, nachdem Oppositionspolitiker Sharif und einige seiner Verwandten beschuldigt hatten, Staatsgelder veruntreut und gewaschen zu haben. Die Oppositionspolitiker stützten ihre Vorwürfe auch auf Dokumente, die 2016 im Zuge der Panama-Papers-Enthüllungen über mutmaßlichen Steuerbetrug aufgetaucht waren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2018 um 12:00 Uhr.

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