Nawaz Sharif (Archivbild) | Bildquelle: AFP

PanamaPapers-Affäre Pakistans Ex-Premier Sharif verurteilt

Stand: 06.07.2018 14:39 Uhr

Pakistans Ex-Premier Sharif ist in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Entscheidung basiert auf Enthüllungen in den PanamaPapers, laut denen der umstrittene Politiker Geld veruntreut hat.

Ein pakistanisches Gericht hat Ex-Premier Nawaz Sharif wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharifs Tochter Maryam bekam eine Haftstrafe von sieben Jahren. Wie sein Verteidiger der Nachrichtenagentur AFP sagte, muss er außerdem acht Millionen britische Pfund (neun Millionen Euro) Strafe im Zusammenhang mit dem Erwerb von Luxusimmobilien in London bezahlen. Das Gericht ordnete laut Staatsanwaltschaft an, die Liegenschaften zu beschlagnahmen.

Weitere Verfahren laufen

Es ist die erste Verurteilung Sharifs, gegen den noch eine Reihe von Verfahren anhängig sind. Der Politiker bezeichnete die Verhandlung als politisch motiviert und "juristische Hexenjagd".Nawaz Sharif, der dreimal Ministerpräsident war und noch immer als einer der mächtigsten Politiker des Landes gilt, war im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben worden. Im April 2018 verbannte das Gericht Sharif dann auf Lebenszeit auch aus dem Parlament.

Die Entscheidung traf ein sogenanntes Rechenschaftsgericht, das den Korruptionsvorwürfen näher nachgehen sollte, in Abwesenheit des Beschuldigten. Sharif ist in London, wo seine schwer kranke Frau behandelt wird.

Hinweise aus den PanamaPapers

Ins Rollen kam die Affäre nach Anschuldigungen der Opposition, dass Sharif und einige Angehörige Geld veruntreut und gewaschen hätten. Oppositionspolitiker stützten ihre Vorwürfe auch auf Dokumente, die 2016 im Zuge der Panama-Papers-Enthüllungen über mutmaßlichen Steuerbetrug aufgetaucht waren. Dokumente zu Offshore-Firmen zeigten die Namen von Kindern von Sharif, nicht aber seinen eigenen.

Pakistans Ex-Premier Sharif zu 10 Jahren Haft verurteilt
Silke Diettrich, ARD Neu-Delhi
06.07.2018 16:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juli 2018 um 14:00 Uhr.

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