Nach zwei Nächten der Gewalt haben Demonstranten gegen die Corona-Restriktionen von Präsident Vucic eine friedliche Sitzdemonstration abgehalten. | Bildquelle: dpa

Serbien Demonstranten trotzen Verbot

Stand: 10.07.2020 01:16 Uhr

Nach zwei Nächten gewaltsamer Proteste haben sich in Serbien Tausende zu friedlichen Demonstrationen versammelt. Sie widersetzten sich damit einem neuen Verbot der Regierung, die Ansammlungen von mehr als 10 Menschen untersagt.

Serbien hat Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen in der Hauptstadt Belgrad verboten. Dadurch solle die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden, teilte das Krisenteam der Regierung mit. Tausende Menschen widersetzten sich am Abend dem Verbot. Sie veranstalteten einen Sitzstreik vor dem Parlamentsgebäude. Diese Demonstration und Demonstrationen in weiteren Städten blieben friedlich.

Vorangegangen waren zwei Nächte mit gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Tausenden Demonstranten, die gegen Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie protestierten. Dabei waren Abstandsvorgaben kaum eingehalten worden und nur eine Minderheit trug Mundschutze. Nun sind Proteste faktisch verboten. Zudem wurden die Öffnungszeiten von Betrieben in geschlossenen Räumen wie Cafés und Geschäfte eingeschränkt.

Proteste in Serbien gegen Corona-Maßnahmen
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.07.2020, Michael Mandlik, ARD Wien

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Straßenschlachten in den vergangenen Nächten

"Das Gesundheitssystem in Belgrad steht kurz vor dem Auseinanderbrechen", sagte Ministerpräsidentin Ana Brnabic. "Deshalb kann ich nicht verstehen, was wir letzte Nacht und die Nacht davor sahen." Steine werfende Demonstranten hatten sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, die Tränengas, Pferde und gepanzerte Fahrzeuge einsetzte, um sie zu zerstreuen. An beiden Tagen begannen die Proteste friedlich, doch dann fingen rechtsextreme Gruppen an, Polizisten mit Gegenständen zu bewerfen. Dutzende Personen wurden bei Zusammenstößen in Belgrad und anderen Städten verletzt.

Der serbische Polizeichef Vladimir Rebic berichtete, es gebe 118 Verletzte unter den Polizisten. 153 Demonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. "Derartige Gewalt ist unzulässig und die Polizei wird alle Mittel verwenden, um sie zu stoppen", teilte Rebic mit. Manche Bürgerrechtsgruppen beschuldigten die Polizei übermäßiger Gewalt gegen Protestierende. In sozialen Netzwerken tauchten Videos auf, die zu zeigen schienen, wie Polizisten Demonstranten schwer verprügeln.

Der Oppositionspolitiker Bosko Obradovic warf der Polizei "unnötige Gewalt" vor und beschuldigte Präsident Aleksandar Vucic, bereit zu sein, "auf jeden zu trampeln", um "absolute Macht" zu bewahren. Vucic postete auf Instagram, der Staat werde Unruhen eindämmen. "Angriffe krimineller Hooligans haben uns alle schockiert", teilte er mit. Er hat ausländische Geheimdienste beschuldigt, hinter den Unruhen zu stecken. Ihm nahe stehende Boulevardmedien warfen rechtsextremen prorussischen Gruppen vor, die Gewalt anzuheizen. Vom russischen Botschafterposten in Serbien wurden die Vorwürfe am Donnerstag bestritten.

Proteste in Serbien. Kritik an Polizei und gewaltbereiten Gruppen
Anna Feininger, ARD Wien
09.07.2020 17:49 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Juli 2020 um 22:16 Uhr.

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