Demonstrierende Studenten | Bildquelle: AP

Proteste in Serbien "Gegen die Diktatur"

Stand: 06.04.2017 11:01 Uhr

In Serbien haben Tausende Menschen gegen den neu gewählten Präsidenten Vuvic demonstriert. Mit Parolen wie "Gegen die Diktatur" kritisierten sie mögliche Manipulationen. Das Wählerverzeichnis soll Hunderttausende Bürger zu viel geführt haben.

Den dritten Tag in Folge sind in zahlreichen serbischen Städten Tausende meist junge Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Regierungschef Aleksandar Vucic zu protestieren. Zuvor hatten Studenten der beiden wichtigsten Universitäten in Belgrad und Novi Sad eine politische Forderung gestellt. Sie verlangen den Rücktritt führender Politiker und Journalisten. Grund ist die mutmaßliche Manipulation der Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag. Amtsinhaber Vucic hatte die Abstimmung klar gewonnen.

Serbische Jugend protestiert gegen Vucic
tagesschau 12:00 Uhr, 06.04.2017, Michael Mandlik, ARD Wien

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Darüber hinaus wurde nun bekannt, dass das Wählerverzeichnis Hunderttausende Bürger zu viel geführt haben soll. Einem Bericht der Zeitung "Blic" zufolge, der größten Zeitung des Landes, haben wenigstens 800.000 nicht existierende Menschen ein Wahlrecht besessen. Während in Serbien nur 5,9 Millionen Menschen volljährig gewesen seien, habe das Wählerverzeichnis 6,7 Millionen Stimmberechtigte enthalten. Schon zuvor hatte das regierungskritische Portal "Insajder" berichtet, allein in Belgrad besäßen 23 Personen ein Wahlrecht, die im 19. Jahrhundert geboren worden seien. Der Älteste habe bereits 1889 das Licht er Welt erblickt.

Eine Forderung bei den "Protesten gegen die Diktatur" war nun deshalb die "Säuberung des Wählerverzeichnisses" von sogenannten toten Seelen, deren Zahl von anderen Experten auf bis zu eine Million Menschen geschätzt wird. Darüber hinaus kritisierten die Demonstranten, der 47-Jährige Vucic halte die gesamte Macht in seinen Händen und dominiere das Parlament, die Justiz und die Medien nach Belieben. "Vucic runter", "Rücktritt" und "Diebe", skandierten sie.

Verabredung über soziale Medien

Während der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic die hoffnungslos unterlegene Opposition für die Protestmärsche verantwortlich machte, sagten Teilnehmer, sie hätten sich ohne jede politische Hilfe über die sozialen Netzwerke verabredet.

Nach der Wahl hatten auch regierungsunabhängige Organisationen in Serbien den Wahlkampf als weder frei noch fair kritisiert.

Demonstranten mit Schildern | Bildquelle: AFP
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Bereits seit drei Tagen protestieren viele Studenten. Sie fordern den Rücktritt führender Politiker und Journalisten.

Aleksandar Vucic | Bildquelle: REUTERS
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Aleksandar Vucic wurde am Sonntag mit absoluter Mehrheit zum Präsidenten von Serbien gewählt.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 06. April 2017 um 03:00 Uhr.

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