Proteste in Belgrad | Bildquelle: SRDJAN SUKI/EPA-EFE/REX

Proteste in Serbien Zehntausende gegen den Präsidenten

Stand: 17.03.2019 17:11 Uhr

Die Demonstrationen gegen den serbischen Präsidenten Vucic weiten sich aus. Mindestens 20.000 Menschen protestierten in Belgrad gegen seinen Führungsstil. Kritiker werfen ihm vor, autoritär zu regieren.

Erneut haben Tausende Menschen in Belgrad gegen die Regierung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert. Nach Schätzungen von Augenzeugen liefen mehr als 20.000 Menschen durch das Zentrum der Hauptstadt. Teilnehmer der Kundgebung trugen Transparente mit Aufschriften wie "Ich werde nicht schweigen", "Ich bin nicht dumm" und "Warum kämpfen wir gegen alle benachbarten Ländern".

Es war der vierte Samstag in Folge, an dem Demonstranten in Belgrad auf die Straße gingen. Sie protestieren gegen die aus ihrer Sicht von der Regierung tolerierte Gewaltanwendung gegen Kritiker.

Zu den Kundgebungen hatte ein Bündnis von Oppositionsparteien aufgerufen, dessen Palette von links bis ultra-rechts reicht. Die Proteste richten sich auch gegen die einseitige Parteinahme der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten für die Regierung und Vucic.

Angriff auf Chef der Serbischen Linken

Ursprünglicher Anlass war der Angriff auf den Vorsitzenden der Serbischen Linken, Borko Stefanovic, Ende November in der südserbischen Stadt Krusevac. Die Täter wurden später gefasst. Vucic verurteilte den Anschlag. Die Oppositionellen machen aber weiterhin den Präsidenten dafür verantwortlich. Sie werfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik gegen Kritiker und Oppositionelle zu einem Klima der Gewalttätigkeit im Land beizutragen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Dezember 2018 um 04:48 Uhr.

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