Oleg Senzow bei der Urteilsverkündung im August 2015. | Bildquelle: AP

In Russland inhaftiert USA fordern Freilassung Senzows

Stand: 24.08.2018 00:57 Uhr

Die USA haben sich erneut für den in Russland inhaftierten Regisseur Senzow eingesetzt. Der Ukrainer müsse sofort freigelassen werden, forderte Außenminister Pompeo. Senzow befindet sich im Hungerstreik.

Washington erhöht im Fall des inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow den Druck auf Moskau: US-Außenminister Mike Pompeo forderte seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow dazu auf, den Regisseur "sofort freizulassen".

Pompeo habe während eines Telefongesprächs seine "Sorgen über Senzows Gesundheit" zum Ausdruck gebracht und die Freilassung "aller ukrainischen politischen Gefangenen gefordert", erklärte eine Ministeriumssprecherin.

20 Jahre Lagerhaft

Senzow wurde 2015 in einem international kritisierten Prozess zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Er soll nach der russischen Annexion der Halbinsel Krim 2014 Anschläge auf Denkmäler und russische Organisationen geplant haben. Der 42-jährige sitzt in einer Strafkolonie im äußersten Norden Russlands fest.

Senzow trat Ende Mai in einen Hungerstreik, um die Freilassung von knapp 70 Ukrainern zu erwirken, die er als politische Gefangene betrachtet. Er wird über einen Tropf mit einer Nährstofflösung versorgt. Angehörige warnten mehrfach vor einer rapiden Verschlechterung seines Gesundheitszustands. Ein Gnadengesuch der Mutter war vom Kreml zurückgewiesen worden.

Demonstranten fordern vor der russischen Botschaft in Kiew die Freilassung Senzows. | Bildquelle: REUTERS
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Anlässlich des 100. Tages des Hungerstreiks forderten Demonstranten fordern vor der russischen Botschaft in Kiew die Freilassung Senzows. (21. August)

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2018 um 23:42 Uhr.

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