Gonen Segev | Bildquelle: REUTERS

Israelischer Ex-Minister Spionage für den Erzfeind Iran

Stand: 09.01.2019 10:59 Uhr

Jahrelang soll er für den iranischen Geheimdienst gearbeitet haben. Der israelische Ex-Energieminister Segev hat Spionage und Weitergabe von Informationen an den Iran gestanden. Ihm drohen elf Jahre Haft.

Der frühere israelische Energieminister Gonen Segev hat gestanden, für den Iran spioniert und Informationen weitergegeben zu haben. Deshalb steht er nun vor Gericht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hätten sich im Gegenzug für das Geständnis auf elf Jahre Haft und weitere Jahre auf Bewährung geeinigt, so das Justizministerium. Die Einigung sei dem Bezirksgericht in Jerusalem präsentiert worden.

Kontakte zu iranischen Agenten

Israels Sicherheitsbehörden werfen Segev vor, er habe seit 2012 für den iranischen Geheimdienst spioniert. An Orten auf der ganzen Welt habe er sich mit iranischen Agenten getroffen, zwei Mal sogar im Iran. Segev habe seinen Kontaktmännern Informationen über den israelischen Energiemarkt, Sicherheitseinrichtungen, Gebäude sowie über israelische Vertreter im Bereich der Politik und Sicherheit übermittelt.

Die iranischen Kontaktleute hätten Segev ein Gerät zur Verschlüsselung geheimer Nachrichten gegeben. Der frühere Energieminister habe auch Kontakte zwischen Vertretern israelischer Sicherheitsbehörden und den iranischen Geheimdienstmitarbeitern hergestellt. Dabei habe er die Iraner als harmlose Geschäftsleute vorgestellt.

Wegen Schmuggel verurteilt

Der 63-Jährige war schon 2005 wegen des Schmuggels von 32.000 mit Schokolade überzogenen Ecstasy-Pillen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem hatte er einen Diplomatenpass gefälscht. Nach Ende seiner Haft war der ausgebildete Kinderarzt nach Nigeria gezogen.

Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet hatte ihm das zentralafrikanische Land Äquatorialguinea im Mai wegen seiner kriminellen Vergangenheit die Einreise verweigert. Danach sei er auf israelischen Wunsch in seine Heimat ausgeliefert und verhört worden.

Segev war in den neunziger Jahren Minister unter dem damaligen Regierungschef Jizchak Rabin, der später von einem rechtsextremen Israeli ermordet wurde. Er hatte mit seinem Wechsel von einer rechtsextremen Partei in die Arbeitspartei von Rabin die entscheidende Abstimmung über Oslo-II durchgebracht, einen der Friedensverträge mit den Palästinensern über die Zukunft des Gazastreifens und des Westjordanlandes.

Spionage für Iran - israelischer Ex-Mininster muss ins Gefängnis
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
09.01.2019 11:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2019 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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