Havarie der Viking Sky | Bildquelle: Frank Einar Vatne/EPA-EFE/REX

Motorprobleme in Küstengewässern Kreuzfahrtschiff vor Norwegen in Seenot

Stand: 25.03.2019 18:11 Uhr

Ein Kreuzfahrtschiff hat vor Norwegen bei heftigem Wind einen Hilferuf abgesetzt. Das Schiff mit 1300 Passagieren wird evakuiert. Auch ein Frachter geriet im Hustadvika-Gewässer in Seenot.

Ein Kreuzfahrtschiff mit 1300 Passagieren an Bord ist vor der norwegischen Küste in Seenot geraten. Das Schiff habe ein Motorproblem, weshalb es evakuiert werden müsse, teilte die Polizei der norwegischen Provinz Möre og Romsdal mit.

Der Rundfunksender NRK hatte zuvor Aufnahmen gezeigt, auf denen zu sehen war, wie die "Viking Sky" in starkem Wellengang trieb. Der südnorwegische Rettungsdienst erklärte zu dem Zeitpunkt, das Schiff treibe in Richtung Küste. Einar Knudsen, der Sprecher des Rettungsdienstes, sagte im NRK: "Das Schiff hat Anker geworfen. Eine Maschine läuft. Es befindet sich aber noch immer sehr nahe vor der Küste."

Kreuzfahrtschiff gerät vor Norwegens Küste in Seenot
tagesschau 20:00 Uhr, 23.03.2019

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Schlechtes Wetter und hoher Wellengang

Mehrere Hubschrauber und Schiffe seien im Einsatz, berichtete NRK unter Berufung auf die Polizei. Schlechtes Wetter und ein hoher Wellengang erschwere die Aktionen jedoch.

Es wird erwartet, dass die Evakuierung die ganze Nacht andauert. Bis gegen 21 Uhr sei es gelungen, 136 Menschen von Bord zu holen und in Sicherheit zu bringen, sagte Peter Fjeld, ein Sprecher der Bergungsmannschaften. Die Wetterbedingungen seien sehr schwierig, weshalb immer nur sehr wenige Menschen mit den Hubschraubern vom Schiff geholt werden könnten.

Nach seinen Angaben kommen die Passagiere aus 16 verschiedenen Ländern, viele von ihnen aus Großbritannien und den USA.

Auf dem Weg nach Tromsö

Die "Viking Sky" war im Jahr 2017 vom Hersteller Fincantieri in Triest an den norwegischen Betreiber Viking Ocean Cruises ausgeliefert worden. Sie befand sich auf dem Weg von Tromsö in Nordnorwegen nach Stavanger im Süden.

Die Hustadvika-Gewässer liegen bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gelten als gefährliches Seegebiet mit zahlreichen kleinen Inseln und Riffen. In der Region gab es schon häufiger Schiffsunfälle.

Weiteres Schiff in Seenot

Im selben Küstengebiet geriet auch ein Frachter in Seenot. Bei der "Hagland Captain" sei ebenfalls der Motor ausgefallen, woraufhin es Schlagseite bekommen habe, teilte der Rettungsdienst mit. NRK berichtete, der Frachter habe sich auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" befunden, um bei dem dort laufenden Rettungseinsatz zu helfen.

Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Rettungshubschrauber umgeleitet, die auf dem Weg zur "Viking Sky" waren. Die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes verzögere sich dadurch.

Die Polizei teilte mit, die neun Besatzungsmitglieder der "Hagland Captain" sollten von Bord geholt werden.

Mit Informationen von Carsten Schmieser, ARD-Studio Stockholm

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. März 2019 um 18:00 Uhr.

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