Rettungsschiff Sea Watch 4 | Bildquelle: AFP

Erste Fahrt "Sea-Watch 4" rettet 200 Menschen

Stand: 24.08.2020 17:36 Uhr

Mehr als 200 Menschen hat die "Sea-Watch 4" in nur wenigen Tagen im Mittelmeer gerettet. Die Mannschaft fragte sichere Häfen an. Doch von den Behörden in Italien und Malta gab es bislang keine Antwort.

Auf seiner ersten Fahrt hat das deutsche Flüchtlingsrettungsschiff "Sea-Watch 4" innerhalb weniger Tage schon mehr als 200 Menschen im Mittelmeer an Bord genommen. Wie die Organisation mitteilte, hat die Crew einen sicheren Hafen in Italien oder auf Malta angefragt, von den dortigen Behörden bislang aber keine Antwort bekommen.

Das Schiff war am 15. August in Spanien gestartet und rettete am vergangenen Samstag die ersten Flüchtlinge aus Seenot. Am Sonntag und heute nahm die "Sea-Watch 4" jeweils fast 100 Menschen auf. Eine Sprecherin sagte, das zeige, wie dringlich die Frage der Seenotrettung im zentralen Mittelmeer ist.

Mehrere private Rettungsschiffe liegen zur Zeit in italienischen Häfen fest, weil die Behörden sie nicht starten lassen, offiziell wegen Sicherheitsmängeln. An der Rettungsmission der "Sea-Watch 4" beteiligt sich unter anderem die Evangelische Kirche Deutschlands.

22 Tote vor libyscher Küste geborgen

Unterdessen bargen Helfer des libyschen Roten Halbmondes 22 Tote aus dem Mittelmeer. Laut einer Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration sind damit in diesem Jahr mehr als 350 Menschen bei dem Versuch gestorben, das Mittelmeer von Afrika aus zu überqueren. Die meisten wagen die Fahrt in seeuntüchtigen Schlauchbooten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. August 2020 um 16:00 Uhr.

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