Flüchtlinge verlassen die "Sea-Watch 3"  | Bildquelle: ELIO DESIDERIO/EPA-EFE/REX

Lampedusa Flüchtlinge verlassen "Sea-Watch 3"

Stand: 29.06.2019 08:54 Uhr

Nach mehr als zwei Wochen haben 40 Flüchtlinge das Schiff "Sea-Watch 3" in Lampedusa verlassen. Zuvor hatte das Schiff im Hafen von Lampedusa angelegt. Die deutsche Kapitänin wurde umgehend festgenommen.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Am frühen Morgen kam für die verbliebenen 40 Migranten an Bord der "Sea-Watch 3" die erlösende Nachricht. Nach über zwei Wochen durften sie das Schiff in Lampedusa bei Sonnenaufgang verlassen.

Flüchtlinge im Hafen vom Lampedusa vor dem Schiff "Sea-Watch 3" | Bildquelle: REUTERS
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Flüchtlingeund Polizisten im Hafen vom Lampedusa vor dem Schiff "Sea-Watch 3". Trotz Verbots hatte das Schiff die kleine Mittelmeer-Insel angelaufen.

In den Stunden davor hatte sich die Situation immer mehr zugespitzt. Trotz des Verbots der italienischen Behörden, die kleine Mittelmeer-Insel anzulaufen, hatte sich die vor Lampedusa liegende "Sea-Watch 3" um 1.15 Uhr in Bewegung gesetzt und nahm Kurs auf den Hafen. Knapp 45 Minuten später lag das Schiff an der Mole.

Von dem Manöver offenbar überrascht

Die italienischen Sicherheitskräfte wurden von dem Manöver offenbar überrascht. Erst im letzten Moment versuchte ein kleines Boot der Finanzpolizei, das Festmachen des Schiffes zu verhindern.

Die 31-jährigen Kapitänin Carola Rackete | Bildquelle: REUTERS
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Die 31-jährige Kapitänin Rackete. Sie habe einem Kriegsschiff Widerstand geleistet und damit gegen die Schifffahrtsordnung verstoßen, so die italienischen Behörden.

Eine Stunde später wurde der deutschen Kapitänin genau das zum Vorwurf gemacht. Sie habe einem Kriegsschiff Widerstand geleistet und damit gegen die Schifffahrtsordnung verstoßen, hieß es. Sollte dies wirklich zutreffen, müsste die 31-jährige mit einer Gefängnisstrafe zwischen drei und zehn Jahren rechnen. Darüber hinaus wird der Kapitänin unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen.

Gestern hatte der italienische Außenminister mitgeteilt, mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, seien bereit, die Migranten von Bord der Sea-Watch aufzunehmen - zunächst ohne konkrete Folgen. Italiens Innenminister Salvini verlangte entsprechende Garantien. Ohne diese dürften die Migranten nicht von Bord gehen. Angesichts der sich zuspitzenden Situation an Bord schuf die Schiffsführerin daraufhin mit dem Einlaufen in den Hafen vollendete Tatsachen.

Sea-Watch auf Lampedusa – Migranten von Bord
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
29.06.2019 06:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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