Ein jugendlicher Migrant wird in eine Thermodecke gehüllt von der "Sea-Watch 3" gebracht. | Bildquelle: REUTERS

Rettungsschiff vor Lampedusa Medizinischer Notfall auf "Sea-Watch 3"

Stand: 28.06.2019 11:32 Uhr

Auf der "Sea-Watch 3" hat es einen medizinischen Notfall gegeben. Zwei Migranten konnten das Rettungsschiff, das Italiens Küste seit zwei Wochen nicht ansteuern darf, verlassen. Das Tauziehen um die Flüchtlinge an Bord geht weiter.

Zwei Migranten haben aufgrund eines medizinischen Notfalls das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" verlassen müssen. Es handele sich um einen 19-Jährigen, der an starken Schmerzen gelitten habe, und dessen jüngerer Bruder. Das teilte "Sea-Watch" auf Twitter mit. Bilder zeigen die jungen Männer, wie sie in Thermodecken gehüllt das Schiff verlassen.

Für die 40 verbleibenden Flüchtlinge auf dem Boot geht das Tauziehen damit weiter. Sie müssen auf polizeiliche Anweisung eine Seemeile vor der italienischen Insel auf dem Rettungsboot ausharren, denn die "Sea-Watch 3" hat immer noch keine Genehmigung, die im Mittelmeer geretteten Migranten an Land zu lassen. Bei der Kapitänin der Rettungsschiffs sorgt das für Unverständnis: "Wir können nicht warten, bis jeder Einzelne ein Notfall ist, damit die EU ihre Rechte anerkennt", sagte Carola Rackete.

Lage der "Seawatch 3" in italienischen Hohheitsgewässern
tagesschau 16:00 Uhr, 28.06.2019, Katja Rieth, ARD Rom

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Notstand erklärt

Die Kapitänin hatte zuvor versucht, trotz Verbots der italienischen Behörden in den Hafen von Lampedusa einzufahren. Sie vermeldete dazu aufgrund der sich zuspitzenden Situation der Geretteten einen Notstand an Bord.

Rackete drohen hohe Geldstrafen, sollte sie das Boot mit den Migranten in den Hafen einfahren. Italiens Innenminister Matteo Salvini machte dies deutlich, indem er Rackete als Verbrecherin bezeichnete und forderte, das Schiff müsse beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen worden. Die italienische Staatsanwaltschaft leitete laut Medienangaben inzwischen Ermittlungen gegen Rackete wegen des Verdachts auf Beihilfe zur illegalen Einwanderung ein. Die Kapitänin erklärte, sie könne dies nicht bestätigen, da ihre dazu keine offiziellen Informationen vorlägen.

Salvini erklärte zudem, dass die Flüchtlinge das Schiff nur verlassen dürfen, wenn die Niederlande, Deutschland oder ein anderes europäisches Land sie aufnehmen wollen. Die EU-Kommission kündigte gestern an, dass mehrere Mitgliedsstaaten bereit zu einer Flüchtlingsverteilung seien. Voraussetzung dafür sei, dass die Migranten das Schiff zuvor verlassen.

"Sea-Watch"-Kapitänin Rackete auf einem von der Hilfsorganisation verbreiteten Bild | Bildquelle: TILL M EGEN/SEA-WATCH HANDOUT/EP
galerie

"Sea-Watch"-Kapitänin Rackete harrt derzeit mit 40 Flüchtlingen vor der italienischen Insel Lampedusa aus.

Gespräche mit den Niederlanden

Italienische Medien berichteten, dass Italiens Regierungschef Guiseppe Conte am Rande des G20-Gipfels in Japan lange mit seinem niederländischen Amtskollegen Max Rutte gesprochen habe. Die "Sea-Watch" fährt unter niederländischer Flagge. Nach Angaben des italienischen Außenministers Moavero Milanesi ist die Regierung in Rom in Kontakt mit den niederländischen Behörden, um über eine Lösung zu beraten.

 

Sea-Watch versucht in Hafen einzufahren
Jörg Seisselberg, ARD Rom
27.06.2019 17:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 28. Juni 2019 um 00:15 Uhr.

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