"Sea-Watch"-Kapitänin Rackete auf einem von der Hilfsorganisation verbreiteten Bild | Bildquelle: TILL M EGEN/SEA-WATCH HANDOUT/EP

Streit über "Sea-Watch 3" Deutsche Kapitänin gegen Italiens Hardliner

Stand: 27.06.2019 18:27 Uhr

Für Italiens Innenminister Salvini ist "Sea-Watch"-Kapitänin Rackete eine Verbrecherin. Die Deutsche versucht, ihr Rettungsschiff irgendwie nach Italien zu bringen. An Bord herrsche Notstand.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Die Kapitänin der "Sea-Watch 3", Carola Rackete, hat einen Versuch unternommen, trotz Verbots in den Hafen von Lampedusa einzufahren. Die Kommandantin des Schiffes teilte den italienischen Behörden mit, es seien mittlerweile 24 Stunden vergangen, seit sie einen Notstand an Bord gemeldet habe. Seitdem habe sie keinerlei Reaktion in der Sache erhalten. Deswegen fahre sie mit der "Sea-Watch 3" Richtung Hafen.

Salvini will Besatzung festnehmen lassen

Auf dem Weg dahin aber wurde das Schiff von der Küstenwache erneut gestoppt. Zuvor hatte die Hilfsorganisation "Sea-Watch" eine Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft Agrigent eingereicht. Darin ist die Rede von möglicherweise strafrechtlich relevantem Verhalten der italienischen Behörden. Verbunden ist die Beschwerde der deutschen Rettungsorganisation mit der Bitte an die Staatsanwaltschaft, notwendige Maßnahmen einzuleiten, damit die Geretteten endlich an Land gehen können.

Nadia Kailouli, NDR, mit einer Einschätzung zur Lage der "Sea-Watch 3"
nachtmagazin 00:15 Uhr, 28.06.2019

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Dagegen fordert Italiens Innenminister Matteo Salvini erneut, die Justiz müsse gegen die Kapitänin der "Sea-Watch 3" vorgehen. Er bezeichnete Rackete als Verbrecherin und fordert, das Schiff müsse beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen worden.

"Sea-Watch"-Kapitänin Rackete während einer improvisierten Pressekonferenz vor der Küste Lampedusas | Bildquelle: REUTERS
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"Sea-Watch"-Kapitänin Rackete während einer improvisierten Pressekonferenz vor der Küste Lampedusas.

EU-Kommission versucht Lösung zu finden

Die "Sea-Watch 3" war zuvor unerlaubt in italienische Gewässer gefahren, weil sich nach Angaben der Kapitänin die Situation unter den Geretteten an Bord zugespitzt hatte.

Nach Angaben des italienischen Außenministers Moavero Milanesi ist die Regierung in Rom in Kontakt mit den niederländischen Behörden, um über eine Lösung zu beraten. Die "Sea-Watch" fährt unter niederländischer Flagge. Aus Brüssel heißt es: Die EU-Kommission koordiniere die Bemühungen, eine solidarische Lösung zu finden. Es würden Gespräche geführt, um zu herauszufinden, welche Länder bereit seien Migranten aufzunehmen.

 

Sea-Watch versucht in Hafen einzufahren
Jörg Seisselberg, ARD Rom
27.06.2019 17:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juni 2019 um 17:00 Uhr.

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