Die "Sea-Watch 3" im Hafen von Valletta | Bildquelle: dpa

Nach Tagen im Sturm Malta lässt "Sea-Watch 3" in Gewässer

Stand: 02.01.2019 22:42 Uhr

Für Dutzende Flüchtlinge an Bord zweier deutscher Rettungsschiffe zeichnet sich Hilfe ab: Malta hat den Schiffen die Einfahrt in seine Gewässer erlaubt. Einen Hafen haben die Schiffe allerdings noch nicht.

Nach Tagen im Sturm zeichnet sich für Dutzende Flüchtlinge auf deutschen Rettungsschiffen eine Verbesserung ihrer Lage ab: Malta erklärte sich bereit, die "Sea-Watch 3" und ein von der Flüchtlingshilfsorganisation Sea Eye betriebenes Rettungsschiff in seine Gewässer einfahren zu lassen. Grund sei die sich verschlechternde Situation an Bord, erklärte die maltesische Marine.

Die meisten der insgesamt 49 Flüchtlinge an Bord litten an Seekrankheit. Die "Sea-Watch 3" hatte am 22. Dezember 32 Flüchtlinge in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet, darunter drei kleine Kinder, drei unbegleitete Jugendliche und vier Frauen. Italien, Malta und Spanien weigern sich bislang, das Schiff in einen Hafen einlaufen zu lassen. Ein Schiff der Sea Eye hatte am Samstag 17 weitere in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Kein Hafen zum Einlaufen

Sea-Watch betonte auf Twitter, die Erlaubnis der maltesischen Behörden bedeute lediglich, dass das Schiff näher an der Küste in ruhigeren Gewässern fahren dürfe, "mehr nicht". Einen sicheren Hafen zum Einlaufen habe das Schiff weiterhin nicht.

Niederlande nehmen Flüchtlinge auf

Die Niederlande erklärten sich am Mittwoch bereit, einen Teil der Flüchtlinge von Bord der "Sea-Watch 3" aufzunehmen. Voraussetzung sei, dass auch andere EU-Staaten einen Teil der Flüchtlinge aufnähmen, sagte ein Sprecher des niederländischen Justizministeriums. Darüber liefen Verhandlungen unter Vermittlung der EU-Kommission.

Die spanische Küstenwache rettete derweil an den ersten beiden Tagen des Jahres bereits mehr als 400 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Am Neujahrstag seien 111 und am Mittwoch seien 290 weitere Menschen gerettet worden, sagte eine Sprecherin. Nach UN-Angaben starben 2018 rund 1300 Menschen bei dem Versuch, von Nordafrika aus über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa zu gelangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 02. Januar 2019 um 23:00 Uhr.

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