Wahl in Schweden

Wohin führt der Rechtsruck?

Stand: 09.09.2018 12:03 Uhr

Bei der Parlamentswahl in Schweden müssen vor allem die etablierten Parteien Umfragen zufolge mit Verlusten rechnen. Zentrales Wahlkampfthema war die Asylpolitik, die einen Rechtsruck auslöste.

In Schweden wird heute ein neues Parlament gewählt. Zwar dürften die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stefan Löfven stärkste Kraft bleiben, in dem skandinavischen Land wird jedoch ein Rechtsruck erwartet. Die Sozialdemokraten könnten Umfragen zufolge von 31 Prozent vor vier Jahren auf rund 25 Prozent abstürzen.

Zweitstärkste Kraft könnten die rechtsextremen Schwedendemokraten (SD) werden, die Umfragen zufolge rund 20 Prozent der Stimmen holen könnten. Sie setzten im Wahlkampf auf Abstiegsängste und die Unzufriedenheit vieler Schweden mit der Einwanderungspolitik der Regierung.

Stefan Löfven, Vorsitzender der Sozialdemokraten, der bisherigen Regierungspartei.

Konservatives Bündnis ausgeschlossen

Wegen des Aufschwungs der Schwedendemokraten wird auch die Allianz aus vier konservativen und liberalen Parteien kaum regieren können. Eine Koalition mit den europafeindlichen Schwedendemokraten haben alle Parteien in den beiden großen Blöcken ausgeschlossen. Als denkbar gilt deshalb unter anderem eine Minderheitsregierung der Sozialdemokraten.

Seit 2015 kamen mehr als 300.000 Asylbewerber nach Schweden. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von zehn Millionen nahm das Land damit so viele Flüchtlinge auf wie kein anderes Land in Europa. Hinzu kommt die wachsende Gewalt in Großstädten, die vor allem durch rivalisierende Gangs befeuert wird. Viele Wähler machen sich außerdem Sorgen um die soziale Stabilität.

Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet. Erste Prognosen werden nach Schließung um 20 Uhr erwartet.

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