Magdalena Andersson  | EPA

Schwedisches Parlament Andersson zur Ministerpräsidentin gewählt

Stand: 24.11.2021 11:35 Uhr

Das war sehr knapp: Die Sozialdemokratin Andersson ist zwar als Nachfolgerin ihres Parteifreunds Löfven zur Ministerpräsidentin Schwedens gewählt worden. Doch eine Nein-Stimme mehr, und ihre Wahl wäre gescheitert.

Die Sozialdemokratin Magdalena Andersson wird erste schwedische Ministerpräsidentin. Im Parlament erhielt die bisherige Finanzministerin hauchdünn die nötige Unterstützung, um die Nachfolge des zurückgetretenen Regierungschefs Stefan Löfven anzutreten.

Das Ergebnis war denkbar knapp: 174 der 349 Abgeordneten stimmten gegen sie - 175 Nein-Stimmen wären aber für eine Ablehnung notwendig gewesen. Für Andersson stimmten hingegen nur 117 Abgeordnete. 57 Abgeordnete enthielten sich, ein Parlamentsmitglied fehlte.

Die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag sind seit dem Erstarken der rechtspopulistischen Schwedendemokraten äußerst brüchig: Die bisherige rot-grüne Koalition hat gemeinsam nur 116 Parlamentssitze. Die Zentrumspartei und die Linken, die im Sommer auch Löfven bei einer solchen Abstimmung durchgewunken hatten, enthielten sich jedoch. Trotzdem konnte sich Andersson eine Mehrheit sichern.

Machtwechsel nach sieben Jahren Löfven

Die 54-Jährige folgt auf ihren Parteifreund Löfven, der in Schweden in den vergangenen sieben Jahren eine Minderheitsregierung angeführt hatte. Es wird damit gerechnet, dass Andersson die neue rot-grüne Regierung am Freitag präsentieren wird.

Löfven hatte im August angekündigt, sich erst als Partei- und dann auch als Regierungschef zurückzuziehen. Anfang November reichte der 64-Jährige zunächst den Parteivorsitz an Andersson weiter, ehe er vor zwei Wochen auch seinen Rücktritt als Ministerpräsident einreichte. Mit seinem Rückzug will Löfven seiner Nachfolgerin die Gelegenheit geben, sich vor der Parlamentswahl im Spätsommer 2022 besser zu positionieren.

Andersson erbt von ihm allerdings auch mehrere Probleme: Zum einen ist die Corona-Pandemie, in der Schweden einen Sonderweg mit vergleichsweise lockereren Maßnahmen gewählt hatte, auch in dem Land bei Weitem noch nicht durchgestanden. Zum anderen gibt es in Schweden seit längerem große Probleme mit Bandenkriminalität.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2021 um 12:00 Uhr.