Der erste direkte visuelle Nachweis eines Schwarzen Lochs: ein dunkler Fleck vor einem leuchtenden Ring | Bildquelle: Event Horizon Telescope (EHT)/dp

Beleg für Relativitätstheorie Erstes Bild von Schwarzem Loch veröffentlicht

Stand: 10.04.2019 15:31 Uhr

Bisher konnte die Existenz von Schwarzen Löchern nur rechnerisch bewiesen werden. Jetzt haben Forscher eine erste Aufnahme veröffentlicht - ein weiterer Beleg für Einsteins Relativitätstheorie.

Von Jan-Claudius Hanika, BR

Zeitgleich an sechs Orten rund um den Erdball haben Astronomen eine einmalige Aufnahme von einem Schwarzen Loch gemacht. Die Forscher des Projekts Event Horizon Telescope (EHT) nahmen für das Bild zwei kosmische Objekte ins Visier.

Eines der Objekte ist Sagittarius A*, ein super massereiches Schwarzes Loch, das sich vermutlich im Zentrum der Milchstraße befindet. Es hat vier Millionen Sonnenmassen und ist rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Kosmische Sensation: Das erste Bild eines Schwarzen Loches im Weltall
tagesthemen 22:30 Uhr, 10.04.2019, Thomas Hillebrandt, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Blick ins Zentrum der Milchstraße

Mit einem herkömmlichen Teleskop lässt sich Sagittarius A* nicht erspähen. Das für den Menschen sichtbare Licht muss durch die halbe Milchstraße reisen, bis es die Erde erreicht. Unterwegs wird es von kosmischem Staub so stark gedämpft, dass selbst auf den Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble nichts zu erkennen ist. Astronomen blicken deshalb mit Radioteleskopen ins Zentrum der Milchstraße.

Um die Bildqualität zu verbessern, haben die Forscher Radioteleskope auf Hawaii, in Arizona, Spanien, Mexiko, Chile und am Südpol zu einem weltweiten Netz zusammengeschlossen. An dem Projekt beteiligt ist auch die Europäische Südsternwarte ESO, die ihren Sitz in Garching bei München hat.

Ein weiteres Objekt, das die Astronomen untersucht haben, liegt in der Mitte der Riesengalaxie M87 - es soll ein Schwarzes Loch sein, das die 1500-fache Masse von Sagittarius A* hat. Es ist zwar rund 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, seine gigantische Größe macht es aber zu einem vergleichbar guten Beobachtungsobjekt.

Large Millimeter Teleskop | Bildquelle: AP
galerie

Um ein Schwarzes Loch zu erspähen und die Bildqualität zu verbessern, haben Forscher Radioteleskope auf Hawaii, in Arizona, Spanien, Mexiko, Chile und am Südpol zu einem weltweiten Netz zusammengeschlossen.

Weiterer Beleg für Relativitätstheorie

Schwarze Löcher sind rätselhafte Objekte im Kosmos. Sie haben keine Ausdehnung, aber dennoch eine immense Masse, manchmal Millionen oder Milliarden Sonnenmassen. Albert Einstein hat die unsichtbaren Objekte bereits vor über hundert Jahren in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie berechnet. Eine direkte Aufnahme war bisher unmöglich, denn Schwarze Löcher haben wegen ihrer gewaltigen Masse eine ebenso große Schwerkraft. Sie verschlucken alles, was in ihre Nähe kommt, selbst das Licht.

Sie heizen jedoch die Materie, die sie umkreist, auf und bringen sie zum Strahlen. Daher zeigt eine Aufnahme von einem Schwarzen Loch einen Schatten in heller Umgebung. Der Schatten ist allerdings nicht das Schwarze Loch selbst, sondern "nur" sein Ereignishorizont. Er umgibt das Schwarze Loch und ist die Grenze, hinter der alles auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Gravitation saugt Materie an

Ein Schwarzes Loch saugt mit seiner Gravitation Materie an, deshalb ist es von einem Ring aus Gas und Staub umgeben, so ähnlich wie der Saturn von seinen Ringen. Darüber hinaus beugt es auch das Licht in seiner Nähe. Die Staubscheibe um das Schwarze Loch sieht daher eher wie eine deformierte Hutkrempe aus.

Die Aufnahme des Ereignishorizonts gilt als wissenschaftliche Sensation und ist ein weiterer Beleg dafür, dass Schwarze Löcher tatsächlich existieren und Einsteins Relativitätstheorie gültig ist.

Das schwarze Loch
Claudia Sarre, ARd Washington
11.04.2019 08:36 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 10. April 2019 um 05:23 Uhr.

Darstellung: