SNP-Chefin Nicola Sturgeon  | Bildquelle: dpa

Schottland-Referendum angekündigt Sturgeon zündet die politische Bombe

Stand: 13.03.2017 17:48 Uhr

Stimmen die Schotten noch mal über ihre Unabhängigkeit ab? Jetzt hat Schottlands nationalistische Regierungschefin Sturgeon einen wichtigen Schritt dorthin angekündigt. Die britische Premierministerin May sprach von einem "Tunnelblick".

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Als sich heute alle Augen auf London richteten, auf die Frage, ob das britische Parlament grünes Licht für den Brexit gibt, zündete plötzlich fernab in Edinburgh die schottische Ministerpräsidentin eine politische Bombe. Nicola Sturgeon kündigte ein neues Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien an. Sie werde kommende Woche im schottischen Parlament beantragen, die Zustimmung aus London zu einem neuen Unabhängigkeitsreferendum einzuholen.

Es wäre die zweite Volksabstimmung über die schottische Unabhängigkeit: 2014 hatten die Schotten mit 55 zu 45 Prozent für den Verbleib bei Großbritannien gestimmt. Damals waren auch die schottischen Nationalisten davon ausgegangen, dass es in dieser Generation kein weiteres Referendum geben werde.

Sturgeon will erneut über schottische Unabhängigkeit abstimmen lassen
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.03.2017, Julie Kurz, ARD London

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Das Brexit-Votum hat die Lage verändert

Doch jetzt schafft das Brexit-Votum eine neue Lage: Während die Briten insgesamt vor einem Jahr mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU stimmten, votierten die Schotten mit 62 Prozent für den Verbleib in der Europäischen Union. Die britische Premierministerin Theresa May hatte deshalb versprochen, auf die Interessen der Schotten Rücksicht zu nehmen.

Doch in der Realität, sagte Sturgeon heute, ziehe May den harten Brexit knallhart durch. Die britische Regierung habe sich keinen Zentimeter Richtung Kompromiss bewegt. Die Entscheidung, nicht nur die EU, sondern auch den Binnenmarkt zu verlassen, sei nicht vorab mit den Schotten besprochen worden. "Damit steht jetzt nicht nur einfach der Brexit, sondern der harte Brexit bevor."

Im Herbst 2018 soll es soweit sein

Sturgeon will die Schotten voraussichtlich im Herbst 2018 an die Wahlurnen bitten. Dann wäre Großbritannien noch EU-Mitglied. Sturgeons Ziel: Schottland als unabhängiges Land in der Europäischen Union zu halten, wenn der Rest Großbritanniens die EU verlässt.

Die britische Premierministerin wies den schottischen Vorstoß umgehend zurück: Der "Tunnelblick" der schottischen Nationalisten sei "zutiefst bedauerlich". Schottland gerate dadurch "auf einen Kurs der Unsicherheit und Spaltung". "Statt mit unserer Zukunft zu spielen, sollten die schottischen Nationalisten lieber ordentlich regieren. Politik ist kein Spiel", sagte May weiter.

Schottland, das Parlament in London und der Brexit
J.-P. Marquardt, ARD London
13.03.2017 17:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. März 2017 um 17:00 Uhr.

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