Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). | Bildquelle: dpa

Konflikt im Persischen Golf Scholz warnt vor weiterer Eskalation

Stand: 31.07.2019 01:13 Uhr

Vizekanzler Scholz hat angesichts eskalierender Spannungen im Persischen Golf zu Besonnenheit aufgerufen. Auch Frankreichs Präsident Macron versucht, im Streit zwischen den USA und Iran zu vermitteln.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat angesichts der Spannungen im Persischen Golf zu Besonnenheit aufgerufen. "Das Ziel von allen verantwortungsvollen Politikerinnen und Politikern muss es sein, sehr nüchtern und überlegt die Lage zu beobachten und nicht schlafwandelnd in eine noch größere Krise zu geraten", sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Deutschland müsse "alles tun, eine weitere Eskalation im Persischen Golf zu verhindern". Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran und der Verhängung neuer Handels- und Finanzsanktionen haben die Spannungen in der Golfregion massiv zugenommen. Seit Anfang Mai gab es eine Reihe von Zwischenfällen mit Schiffen vor den Vereinigten Arabischen Emiraten und Angriffe auf Tanker im Golf von Oman, für die Washington die iranischen Revolutionsgarden verantwortlich macht.  Die USA forderten von Deutschland Unterstützung für ihre internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern auf der wichtigen Route.

Olaf Scholz, Finanzminister, warnt vor Eskalation mit dem Iran

31.07.2019 10:11 Uhr

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Macron telefoniert mit Rouhani

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat währenddessen seinen iranischen Amtskollegen Hassan Rouhani in einem Telefongespräch dazu angehalten, Spannungen im Verhältnis mit den USA zu entschärfen. Macron betonte, dass die Voraussetzungen für eine Deeskalation geschaffen werden müssten. Es sei die Aufgabe Frankreichs, alle Anstrengungen zu unternehmen, um sicherzustellen, dass alle Parteien zu offenen Verhandlungen bereit seien.

Emmanuel Macron | Bildquelle: IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX
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Frankreichs Präsident Macron versucht, im Konflikt mit Teheran zu vermitteln und das Atomabkommen zu retten.

Der französische Präsident bleibe in Kontakt mit Rouhani und US-Präsident Donald Trump. Trotz der Spannungen im Persischen Golf kämpft Frankreich um den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran, aus dem die USA ausgestiegen sind. Der französische Präsident versucht derzeit, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Macron handele "in Absprache" mit Deutschland und Großbritannien und sei "in Kontakt" mit Russland und China, so der Élyséepalast.

Am 19. August will Macron Kremlchef Wladimir Putin in der Mittelmeerresidenz Fort Brégançon an der Riviera empfangen - dort macht Macron derzeit Urlaub. Dieses Treffen und der G7-Gipfel Ende August im südwestfranzösischen Badeort Biarritz bieten dem Élyséepalast zufolge neue Möglichkeiten, sich im Iran-Konflikt auszutauschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Juli 2019 um 06:30 Uhr.

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