Olaf Scholz (links) und Liu He in Peking | Bildquelle: AFP

Finanzdialog mit China Multilateral in Peking

Stand: 18.01.2019 12:58 Uhr

Deutsche Banken sollen es in China leichter haben und chinesische in Deutschland - beim Besuch von Finanzminister Scholz in Peking wurden mehrere Abkommen unterzeichnet. Beide Seiten gaben sich betont multilateral.

Deutschland und China wollen den gegenseitigen Marktzugang für Banken und Versicherungen deutlich verbessern - "entgegen der derzeitigen Trends", wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz betonte. Beim zweiten deutsch-chinesischen Finanzdialog wurden in Peking Abkommen für eine Zusammenarbeit der Bankenaufsichten beider Staaten, für mehr Zusammenarbeit beim Wertpapierhandel und für eine stärkere Zusammenarbeit der Zentralbanken unterzeichnet.

"Deutsche Banken sind hier willkommen", sagte Chinas Vizepremier Liu He. Auch Deutschland solle es chinesischen Banken leichter machen: Es sei wichtig, die "Überregulierung" für Niederlassungen chinesischer Banken in Deutschland anzugehen, sagte Liu. Beide Länder sollten "Vorbild" für eine gewinnbringende Zusammenarbeit sein.

US-Präsident Trump (links) und Chinas Staatschef Xi schütteln sich in Peking vor Pressevertretern die Hände. | Bildquelle: dpa
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US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi bei einem Treffen im November 2017. Der Handelskonflikt zwischen beiden Ländern spitzt sich seit Monaten zu.

Auch der Handelskrieg mit den USA war Thema

In dem seit Monaten andauernden Handelskrieg mit den USA hatte China ebenfalls schon angeboten, seinen abgeschotteten Finanzmarkt weiter für Dienstleistungen zu öffnen. So gibt der Ausbau der Kooperation mit Deutschland auch ein Signal für die Verhandlungen mit den USA, zu denen Liu Ende des Monats als Chefunterhändler nach Washington reisen wird.

Im Mittelpunkt der ersten China-Reise von Scholz als Vizekanzler standen auch Wege zur Lösung dieses Handelskonflikts, der sich auf die deutsche Wirtschaft auswirkt. US-Präsident Donald Trump droht China mit weiteren massiven Strafzöllen auf chinesische Importe im Wert von rund 200 Milliarden Dollar, falls bis zum 1. März keine Einigung gefunden wird.

Scholz und Liu äußern sich zufrieden

Liu zog eine positive Bilanz der Gespräche mit Scholz: "Der Dialog war ein voller Erfolg." Die Weltwirtschaft stehe unter Druck. Daher sei es wichtig, sich noch stärker miteinander abzustimmen. "Beide Seiten bekennen sich zum Multilateralismus und zu einem regelbasierten freien Handel", sagte Liu He. China wolle mit Deutschland bei den G20 und in der Weltbank eng zusammenarbeiten.

Auch Scholz sprach von "offenen und konstruktiven Gespräche". Nationale Egoismen schadeten allen Beteiligten der Weltwirtschaft, sagte er angesichts des geplanten Brexit und des Handesstreits.

Scholz geht es auch darum, Frankfurt im Zuge des geplanten Brexit und eines möglichen Bedeutungsverlusts Londons als internationalen Finanzhandelsplatz zu stärken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 18. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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