Schneechaos in der Schweiz | Bildquelle: dpa

Chaos in den Alpen Ruhe vor dem nächsten Schneesturm

Stand: 11.01.2019 12:56 Uhr

Für die Alpenbewohner ist es nach dem jüngsten Scheechaos fast ungewohnt: Es schneit kaum noch. Lawinenexperten nutzen die Verschnaufpause für Aufklärungsflüge. Schon am Wochenende droht das nächste Unwetter.

Ein kurzes Aufatmen für die Rettungskräfte: Im Winterchaos, das die gesamte Alpenregion seit Tagen in Atem hält, gibt es eine kleine Verschnaufpause. Vielerorts schneit es kaum noch. Nach Einschätzung von Experten sinkt auch die Lawinengefahr in weiten Teilen der bayerischen Alpen. Der Lawinenwarndienst Bayern stuft die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß (Stufe 4) ein - das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr, also Warnstufe 3.

Auch in weiten Teilen Österreichs ging die Lawinengefahr leicht zurück. In den am stärksten vom enormen Schneefall der vergangenen Tage betroffenen Gebieten gilt zumeist die zweithöchste Warnstufe 4, wie die Warndienste mitteilten. Am Donnerstag war vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe 5 in Kraft gewesen.

Auswirkungen des Schneefallchaos im Alpenraum
tagesschau 17:00 Uhr, 11.01.2019, Michael Mandlik, ARD Wien

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Erkundungsflüge für Lawinensprengungen

In Österreich wollen die Einsatzkräfte die kurze Erholungsphase für Erkundungsflüge mit Hubschraubern nutzen, um unter anderem kontrollierte Lawinensprengungen vorzubereiten. Dafür stellen nicht zuletzt das österreichische Bundesheer und das Innenministerium in Wien Helikopter zur Verfügung.

Doch viel Zeit bleibt den Helfern nicht. In der Nacht zum Sonntag komme eine sehr komplexe Wetterlage auf den Freistaat zu, sagte der Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Guido Wolz. Große Tiefausläufer bringen der Prognose zufolge kräftigen Schneefall in den Alpenraum und den Bayerischen Wald. Im Tagesverlauf könne die Schneefallgrenze auf 1200 Meter steigen, darunter wird es also regnen.

Angst vor Regen

Das bereitet den Behörden allerdings besondere Sorgen: Denn durch den Regen wird der Schnee auf den Dächern noch schwerer. "Dadurch steigt die Gefahr, dass Gebäude unter dieser Last zusammenbrechen", berichtet ARD-Korrespondent Jannik Pentz aus Berchtesgaden. Bei vielen Bewohnern würden bereits Erinnerungen an Bad Reichenhall wach - dort war 2006 das Dach einer Sporthalle unter dem Gewicht des Schnees eingestürzt, 15 Menschen kamen ums Leben.

Hunderte Helfer und Soldaten sind deshalb aktuell damit beschäftigt, die weißen Massen von den Häusern zu räumen. Insgesamt sollen bis zu 200 Bundeswehrangehörige zum Einsatz kommen - die ist durch die Ausrufung des Katastrophenfalls in mehreren Landesteilen möglich.

Merkel bedauert Tod des 9-Jährigen

Angela Merkel dankte den Helfern für ihren Einsatz: "Die Kanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung dankt allen Helferinnen und Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten für ihren Einsatz", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Sie sicherte zu, dass die Zahl der Einsatzkräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW) oder Bundespolizei notfalls aufgestockt werden könne.

Zudem brachte Merkel nach dem Tod eines Jungen in Bayern ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Die Kanzlerin spreche den Angehörigen ihr Beileid aus, sagte Demmer. Der Neunjährige war am Donnerstag bei München von einem Baum erschlagen worden, der unter seiner hohen Schneelast umgestürzt war.

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Schneechaos in Teilen Deutschlands und Österreichs

Schneechaos: Soldaten räumen Flachdach

In den vergangenen Tagen sind riesige Mengen Schnee in den Alpen gefallen. Dächer sind in Gefahr. In Rosenau in Österreich arbeiteten Soldaten daran, den Schnee von einem Produktionsgebäude zu bekommen. Als sie damit fertig waren, brach das Dach dennoch ein. | Bildquelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2019 um 14:00 Uhr.

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