Ein Radlader räumt Rettungsweg im bayerischen Spitzingsee frei. | Bildquelle: dpa

Schnee in den Alpen Hunderte Menschen sitzen fest

Stand: 09.01.2019 11:40 Uhr

Kilometerlange Staus, blockierte Straßen, Schulausfälle: Die gewaltigen Schneefälle legen weiter Teile Südbayerns und Österreichs lahm. Einige bayerische Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Wetterlage in Bayern und Österreich wird an vielen Orten zu einer immer größeren Bedrohung. Bei Berchtesgaden sitzen rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Am Vormittag sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen.

Mehrere Bäume drohten unter der schweren Schneelast umzustürzen und sollten gefällt werden. Nur Einsatzkräfte konnten die eingeschneiten Bewohner über die Straße erreichen. Auch die Menschen in Jachenau sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist. Bewohner und Rettungskräfte können das Dorf aber über eine kleine Forststraße erreichen.

Sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern werden weitere teils ergiebige Schneefälle erwartet. Die Behörden rechnen daher damit, dass noch mehr Straßen gesperrt werden müssen.

Katastrophenalarm in mehreren Kommunen

Nachdem am Dienstag bereits in einigen Teilen der österreichischen Steiermark die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen worden ist, gilt diese nun auch in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich. "Das Risiko von großen Lawinenabgängen ist sehr, sehr hoch", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Steiermark, Harald Eitner.

Im oberbayerischen Landkreis Miesbach sowie in den steirischen Gemeinden Pölstal, Hohentauern und Pusterwald wurde Katastrophenalarm ausgerufen. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Bei der Höchststufe besteht die Gefahr, dass sich spontan viele extrem große Lawinen lösen können - und das auch in mäßig steilem Gelände.

Der stellvertretende Landeschef der Steiermark, Michael Schickhofer, riet allen Bürgern und Touristen, an sicheren Orten zu bleiben, Absperrungen ernst zu nehmen und unnötige Aktivitäten im freien Gelände zu unterlassen.

Häuser in der Steiermark von Lawinen bedroht

Außerdem wird beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können.

Die örtliche Lawinenkommission und der jeweilige Bürgermeister hätten in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die Menschen die Gefahrengebiete verlassen müssen. Am Dienstagabend waren rund 2000 Menschen in der Steiermark von der Außenwelt abgeschnitten oder nur schwer erreichbar.

Am Mittwochmorgen waren einige weitere Orte nicht mehr erreichbar, darunter auch das bei Touristen beliebte Obertauern im Bundesland Salzburg.

Ein Räumfahrzeug des Winterdienstes fährt im Schneetreiben über die Autobahn 9. | Bildquelle: dpa
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Auf den bayerischen Autobahnen sind die Räumfahrzeuge im Dauereinsatz.

Schule fällt in vielen Landkreisen aus

In vielen bayerischen Landkreisen haben die Kinder weiter schulfrei. Im Berchtesgadener Land, im Ostallgäu, in Teilen des Landkreises Deggendorf und in weiteren Kreisen und Gemeinden sollten die Schüler zu Hause bleiben.

In Bad Wörishofen sperrte die Stadt vorübergehend die Eissporthalle wegen Einsturzgefahr: Durch den Schnee auf dem Dach der Halle sei die zugelassene Dachlast deutlich überschritten. Wegen des starken Windes sei eine Räumung des Daches vorläufig nicht möglich.

Das bayerische Forstamt wies darauf hin, dass Bäume durch die schwere Schneelast umstürzen oder abbrechen können. Vor allem im Süden und Südosten Bayerns sollten sich die Bürger daher möglichst nicht im Wald aufhalten und unter Bäumen generell vorsichtig sein.

Zum Schneechaos in den Alpen sendet das Erste um 20.15 Uhr einen Brennpunkt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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