Mithilfe einer Schneefräse und eines Radladers wird ein Parkplatz in Sitzingsee vom Schnee befreit. | Bildquelle: dpa

Schnee in den Alpen Sorge vor Lawinen wächst

Stand: 09.01.2019 07:10 Uhr

Die Lawinengefahr in den österreichischen Alpen wird stündlich größer, auch in Bayern rechnen die Meteorologen mit noch mehr Schnee. Über das Chaos freuen können sich nur einige Schulkinder.

Die Wetterlage in Bayern und Österreich wird an vielen Orten zu einer immer größeren Bedrohung. Nachdem am Dienstag bereits in einigen Teilen der Steiermark die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen worden ist, gilt diese nun auch in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich.

"Das Risiko von großen Lawinenabgängen ist sehr, sehr hoch", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Steiermark, Harald Eitner. Erwartet werden sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern weitere teils ergiebige Schneefälle. Die Behörden rechnen daher damit, dass noch mehr Straßen gesperrt werden müssen.

Eisstadion in Bad Wörishofen | Bildquelle: dpa
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Wegen der Schneemengen auf dem Dach wurde das Eisstadion in Bad Wörishofen vorübergehend geschlossen.

Katastrophenalarm in mehreren Kommunen

Im oberbayerischen Landkreis Miesbach sowie in den steirischen Gemeinden Pölstal, Hohentauern und Pusterwald wurde Katastrophenalarm ausgerufen. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Bei der Höchststufe besteht die Gefahr, dass sich spontan viele extrem große Lawinen lösen können - und das auch in mäßig steilem Gelände.

Der stellvertretende Landeschef der Steiermark, Michael Schickhofer, riet allen Bürgern und Touristen, an sicheren Orten zu bleiben, Absperrungen ernst zu nehmen und unnötige Aktivitäten im freien Gelände zu unterlassen.

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Schneechaos im Alpenraum

Kinder toben im Schnee

In Bayern freuen sich viele Kinder über schneefrei und genießen die Freuden des Winters. In den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach fällt bis Freitag an allen staatlichen Schulen der Unterricht aus. | Bildquelle: dpa

Häuser in der Steiermark von Lawinen bedroht

Außerdem wird beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können.

Die örtliche Lawinenkommission und der jeweilige Bürgermeister hätten in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die Menschen die Gefahrengebiete verlassen müssen. Am Dienstagabend waren rund 2000 Menschen in der Steiermark von der Außenwelt abgeschnitten oder nur schwer erreichbar.

Eissporthalle gesperrt

In vielen Landkreisen in Bayern haben die Kinder weiter schulfrei. In Bad Wörishofen sperrte die Stadt vorübergehend die Eissporthalle wegen Einsturzgefahr: Durch den Schnee auf dem Dach der Halle sei die zugelassene Dachlast deutlich überschritten. Wegen des starken Windes sei eine Räumung des Daches vorläufig nicht möglich.

Das bayerische Forstamt wies darauf hin, dass Bäume durch die schwere Schneelast umstürzen oder abbrechen können. Vor allem im Süden und Südosten Bayerns sollten sich die Bürger daher möglichst nicht im Wald aufhalten und unter Bäumen generell vorsichtig sein.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Januar 2019 um 07:04 Uhr.

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