Trauer nach dem Schiffsunglück auf der Donau in Budapest | Bildquelle: REUTERS

Nach Unglück in Budapest "Viking Sigyn"-Kapitän verhaftet

Stand: 02.06.2019 13:04 Uhr

Nach dem Schiffsunglück in Budapest ist für eine Zeitraum von 30 Tagen Haftbefehl gegen den Kapitän eines beteiligten Schiffes erlassen worden. Nach wie vor werden 21 Menschen vermisst - die Suche gestaltet sich schwierig.

Vier Tage nach dem schweren Schiffsunglück auf der Donau in Budapest mit mindestens sieben Toten ist der Kapitän des Flusskreuzfahrtschiffs "Viking Sigyn" für einen 30-Tage-Zeitraum verhaftet worden.

Ein Gericht in Budapest folgte einem Antrag der Staatsanwaltschaft mit der Begründung, der 64-jährige Ukrainer habe die Flussschifffahrt gefährdet. Dies würden Protokolle und Videoaufnahmen belegen. Zudem bestehe Fluchtgefahr, da der Mann Ausländer sei und über sehr gute Ortskenntnisse verfüge, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Ankläger. Der Haftbefehl war am Samstag genehmigt worden.

Der Rechtsanwalt des Kapitäns hatte dagegen Einspruch eingelegt - mit der Begründung, dass es noch keinerlei technisches Gutachten zum Unglück gebe.

Trauer nach dem Schiffsunglück auf der Donau in Budapest | Bildquelle: AP
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Viele Blumen liegen am Ufer: Nach dem Schiffsunglück werden immer noch mehrere Menschen vermisst.

Kapitän "am Boden zerstört"

Der Kapitän der "Viking Sigyn" war am Donnerstag in Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben seiner Anwälte ist der er wegen den schweren Unfalls "am Boden zerstört", doch halte er weiter daran fest, "dass er keinen Fehler gemacht" habe.

Noch 21 Menschen vermisst

Zu dem Unglück war es am Mittwochabend gekommen, als das kleine Ausflugsschiff "Hableany" ("Nixe") mit dem wesentlich größeren Flusskreuzfahrtschiff "Viking Sigyn" zusammenstieß. Von den Personen auf dem Ausflugsboot kamen sieben südkoreanische Touristen ums Leben, sieben Menschen wurden gerettet und 21 werden vermisst. Die Suche gestaltet sich wegen des hohen Wasserstands, der heftigen Strömungen und der schlechten Sichtverhältnisse schwierig.

Südkorea fordert Aufklärung

Derweil erwartet Südkorea von Ungarn eine rasche Aufklärung des Unglücks. Man rufe die ungarische Regierung auf, die Unfallursache sowie die Frage, "wer dafür verantwortlich ist", schnell zu klären. Das sagte Vizeaußenminister Lee Tae Ho laut nationaler Nachrichtenagentur Yonhap bei einem Treffen des Katastrophenmanagements der Regierung in Seoul.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Juni 2019 um 13:00 Uhr.

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