Scharons Sarg vor der Knesset

Trauerfeier in der Knesset Abschied von Israels Ex-Premier Scharon

Stand: 13.01.2014 09:13 Uhr

Israel verabschiedet sich mit einer Trauerfeier von seinem Ex-Ministerpräsidenten Scharon. Zahlreiche ausländische Gäste sind angereist. Israels Staatspräsident Peres würdigte Scharon als "Freund, Anführer und Kämpfer".

Von Tim Aßmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Die Trauerfeierlichkeiten werden in Israels Parlament, der Knesset, beginnen. Dort werden neben Familienangehörigen von Ariel Scharon unter anderem auch US-Vizepräsident Joe Biden, Israels Staatspräsident Schimon Peres und Premier Benjamin Netanjahu sprechen.

Der Ministerpräsident hatte am Vortag nach einer Schweigeminute im Kabinett erneut die Leistungen von Ariel Scharon gewürdigt: "Er stand für eine Generation jüdischer Krieger die die Unabhängigkeit für unser Volk errangen. Er war mit dem Land untrennbar verbunden und wusste, dass es verteidigt werden musste."

Israel nimmt Abschied von Scharon
T. Aßmann, ARD Tel Aviv
13.01.2014 02:31 Uhr

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"Scharon war ein guter General"

Der Sarg mit dem Leichnam Ariel Scharons war gestern auf dem Platz vor der Knesset aufgebahrt. Tausende kamen und erwiesen dem ehemaligen General, Minister und Premier die letzte Ehre.

Schimon Peres vor dem Sarg Ariel Scharons.
galerie

Sonntag vor der Knesset: Schimon Peres legt einen Kranz vor dem Sarg Ariel Scharons nieder.

"Es ist nicht leicht für den Staat Israel. Scharon war ein guter General, der für sein Land kämpfte", sagt ein Mann. Ein anderer meint: "Ich glaubte immer an ihn, an seinen Weg. Er war ein militärischer Führer, ein großer Mann. Er tat, was er für richtig hielt, nicht so wie andere Volksvertreter, die nur reden und nichts tun. Er entschied und handelte, bis er erreicht hatte, was er wollte."

Der Trauernde vor der Knesset spricht für viele seiner Landsleute. Für sie war Ariel Scharon ein Politiker, der sich gegen alle Widerstände durchsetzte - der geborene Anführer. Eine solche Führungspersönlichkeit fehlt nach Auffassung vieler Israelis in der aktuellen politischen Klasse des Landes.

Die Anteilnahme im Land ist groß. Das Fernsehen berichtet stundenlang in Sondersendungen. Die Medien erinnern an einen Mann, der zeitlebens polarisierte.

Richard C. Schneider, ARD Tel Aviv, zu der Trauerfeier von Ariel Scharon
ARD-Morgenmagazin 08:45 Uhr, 13.01.2014

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Und so fallen nun auch die Reaktionen auf seinen Tod völlig unterschiedlich aus: Die Israelis sehen in Scharon den Kriegshelden mit enormen Verdiensten für sein Land. Für die Palästinenser ist Scharon ein Kriegsverbrecher. So sieht es auch ein Mann aus Hebron im Westjordanland: "Wie alle Palästinenser bin auch ich froh und hoffe, dass nach Scharon auch Netanjahu stirbt und jeder andere, der Israel führt."

Steinmeier setzt auf Zwei-Staaten-Lösung

An Ariel Scharons Beisetzung nehmen auch internationale Gäste teil, allerdings keine Staats- und Regierungschefs bedeutender Nationen. Deutschland wird durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten, der am Vorabend in der Region eintraf - zu einer schon länger geplanten Nahost-Visite

"Israel hat einen nicht nur weltweit bekannten Politiker verloren, sondern jemand, der als Soldat und als Politiker für seine Heimat gekämpft hat und deshalb bin ich froh, dass nicht nur Deutschland vertreten ist, sondern dass ich selbst dabei sein kann."

Steinmeier möchte während des Besuchs auch Gespräche mit Israelis und Palästinensern über eine Zwei-Staaten-Lösung führen. Mit Blick auf den jüngsten Vorstoß von US-Außenminister Kerry sagte er, die Chance auf eine Einigung bestehe.

Scharon wird am Nachmittag beigesetzt. Seine letzte Ruhestätte findet der Ex-Premier auf seiner Farm im Süden des Landes. 

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Zum Tod von Ariel Scharon: Das Leben des ehemaligen israelischen Premierministers

Das Leben des ehemaligen israelischen Premierministers

Ariel Scharon während des Sechstagekrieges

Ariel Scharon während des Sechstagekrieges im Juni 1967 auf der Sinai-Halbinsel. Der 1928 in einem Dorf bei Tel Aviv geborene Sohn osteuropäischer Einwanderer schlug nach dem Studium eine militärische Karriere ein.

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