Die Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin. | Bildquelle: dpa

Nach Äußerungen Gabriels Saudi-Arabien zieht Botschafter aus Berlin ab

Stand: 18.11.2017 10:08 Uhr

Saudi-Arabien ist verärgert über kritische Äußerungen von Bundesaußenminister Gabriel zum Umgang mit dem Libanon. Das Königreich hat deshalb seinen Botschafter zurückgerufen. Derweil traf der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Hariri in Paris ein.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Das Königreich Saudi-Arabien hat seinen Botschafter aus Berlin nach Riad zurückgerufen. Das berichtete die königliche Nachrichtenagentur SPA. Dem deutschen Botschafter in Saudi-Arabien werde zudem eine Protestnote überreicht, in der das Königshaus Einspruch erhebt gegen Äußerungen des amtierenden deutschen Außenministers Sigmar Gabriel.

Saudi-Arabien ruft Botschafter aus Berlin zurück
tagesschau 20:00 Uhr, 18.11.2017, Tom Schneider, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Abenteurertum" in Saudi-Arabien

Gabriel hatte am Donnerstag in Richtung Saudi-Arabien gesagt,

"dass gemeinsam aus Europa das Signal kommen muss, dass wir das Abenteurertum, was sich in den letzten Monaten dort breit gemacht hat, nicht mehr bereit sind, einfach sprachlos hinzunehmen".

Außenminister Sigmar Gabriel (rechts)und sein libanesischer Amtskollege Gebran Bassil geben im Auswärtigen Amt in Berlin eine Pressekonferenz. | Bildquelle: dpa
galerie

Außenminister Sigmar Gabriel (rechts) und sein libanesischer Amtskollege Gebran Bassil geben im Auswärtigen Amt in Berlin eine Pressekonferenz.

Zudem betonte der SPD-Politiker bei dem Treffen mit seinem libanesischen Amtskollegen Dschibran Bassil in Berlin: "Wie mit dem Libanon umgegangen wird", damit sei nun die Spitze erreicht - nach der humanitären Krise durch den Krieg im Jemen und dem Konflikt mit dem Golfemirat Katar.

Der Fall Hariri

Gabriels Anlass: der Fall Saad Hariri. Unter fragwürdigen Umständen hatte Hariri vor zwei Wochen auf saudischem Boden in einem saudisch finanzierten arabischen Sender seinen Rücktritt vom Amt des libanesischen Ministerpräsidenten erklärt. Immer wieder hieß es, Hariri, der auch die saudische Staatsangehörigkeit besitzt, sei von den Saudis zur Rücktrittserklärung gezwungen worden und in Riad festgesetzt.

Der ganze Vorgang sorgte für neue Spannungen im Libanon. Denn hier hat de facto die Hisbollah-Miliz das Sagen, ein Verbündeter des Iran. Der wiederum ist der größte Konkurrent Saudi-Arabiens in der Region.

Hariri in Paris eingetroffen

Hariri verließ Saudi-Arabien in der Nacht und landete nach Angaben seines eigenen Fernsehsenders "Future TV" am frühen Morgen in Paris. Per Twitter hatte er sich bereits vor seiner Abreise direkt an den deutschen Außenminister gerichtet:

"Zu sagen, dass ich in Saudi-Arabien festgehalten werde und es mir nicht erlaubt sei, das Land zu verlassen, ist eine Lüge. Ich bin auf dem Weg zum Flughafen, Herr Sigmar Gabriel!"

Gegen Mittag soll der 47-jährige Hariri mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zusammentreffen. In der libanesischen Hauptstadt Beirut hofft man darauf, dass er zurückkommt. Das wird als Voraussetzung für die Lösung der politischen Krise gesehen. Inzwischen kündigte Hariri an, am Mittwoch, dem Unabhängigkeitstag, wieder im Libanon sein zu wollen.

Abzug: KSA ruft Botschafter nach Riyad zurück
B. Blaschke, ARD Beirut
18.11.2017 07:15 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2017 um 06:00 Uhr.

Darstellung: