Kanadas Außenministerin Freeland | Bildquelle: REUTERS

Streit um Menschenrechte Saudi-Arabien weist kanadischen Botschafter aus

Stand: 06.08.2018 02:24 Uhr

Diplomatischer Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Kanada: Nach Kritik der kanadischen Außenministerin ruft die saudische Regierung ihren Botschafter aus Ottawa zurück und friert ein Handelsabkommen ein.

Die Regierung des Königreichs Saudi-Arabien hat den kanadischen Botschafter des Landes verwiesen. Gleichzeitig rief die saudische Führung ihren Botschafter in Kanada zu Konsultationen nach Riad zurück, berichtete die saudische Agentur SPA. Zudem fror Saudi-Arabien ein erst vor kurzem geschlossenes Handelsabkommen mit Kanada ein.

Anlass war ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland, in dem sie die Freilassung der saudi-arabischen Aktivistin Samar Badawi forderte. Dies sei eine eklatante und unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Saudi-Arabiens, betonte das saudische Außenministerium.

Hartes Vorgehen gegen Kritiker

Badawi war nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vor kurzem mit einer Mitstreiterin festgenommen worden. Beide hatten jahrelang für das Recht gekämpft, in dem ultrakonservativen Königreich Auto fahren zu dürfen, berichtete die Organisation. Mittlerweile ist das in Saudi-Arabien erlaubt. Die Festnahmen seien ein Signal, dass das saudische Königshaus jeden friedlichen Widerspruch gegen seine autokratische Herrschaft als Bedrohung verstehe.

Mitte Mai waren zunächst mindestens 17 Aktivisten festgenommen worden, von denen einige zumindest zwischenzeitlich wieder freigelassen wurden. Das harte Vorgehen des Staates in einer Phase der Öffnung erklären Experten damit, dass die Staatsführung die volle Kontrolle über die Reformen behalten will.

Aktivistin Badawi im Jahr 2012 mit der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton und First-Lady Michelle Obama. | Bildquelle: REUTERS
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Aktivistin Badawi im Jahr 2012 mit der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton und First-Lady Michelle Obama.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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