Jupiter und Saturn in Konjunktion | imago images/Hans Lucas

Konjunktion am Abendhimmel Saturn und Jupiter - so nah wie selten

Stand: 21.12.2020 08:27 Uhr

Erst in 60 Jahren kommen sie sich wieder so nah: Saturn und Jupiter scheinen fast zu einem Stern zu verschmelzen. In diesen Tagen ist es so weit.

Von Heike Westram, BR

Seit vielen Monaten sind die beiden großen und hellen Planeten Jupiter und Saturn am Abendhimmel zu sehen und kommen sich immer näher: Die beiden bilden einen auffälligen Doppelpunkt im Südwesten.

Doch jetzt wird's ganz eng für die zwei: Heute zieht Jupiter an Saturn vorbei, mit einem Abstand von nur sechs Bogenminuten - da würde bestenfalls eine ganz dünne Mondsichel dazwischen passen. So nah beieinander sind die beiden Planeten nur sehr, sehr selten zu sehen - das nächste Mal erst im Jahr 2080.

Die Planeten Saturn (oben) und Jupiter sind zusammen mit der Engel-Moroni-Statue am 20. Dezember 2020 in Las Vegas, Nevada, zu sehen. | picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Planeten Saturn (oben) und Jupiter sind zusammen mit der Engel-Moroni-Statue am 20. Dezember 2020 in Las Vegas, Nevada, zu sehen. Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Ein einfacher Blick in den Abendhimmel reicht

In Deutschland kann man diese besondere Annäherung mit bloßem Auge verfolgen, dazu braucht man keine Hilfsmittel. Die Sternwarte des Deutschen Museums in München etwa wird die Begegnung im Livestream verfolgen. Sollte es das Wetter zulassen, werden auch die Teleskopdeckel geöffnet.

Planet Jupiter | picture alliance

Jupiter wird etwas länger als der Saturn am Abendhimmel zu sehen sein. Bild: picture alliance

Jupiter und Saturn sind am frühen Abend im Südwesten zu sehen. Beide Planeten sind so hell, dass sie schon in der frühen Abenddämmerung auftauchen. Etwa eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang ist es dunkel genug für Jupiter und Saturn. Viel Zeit bleibt Beobachtern allerdings nicht: Etwa anderthalb Stunden später versinken erst Saturn, dann Jupiter in den Dunstschichten am Horizont.

Zweite Chance für besonderen Anblick

Wer das Ereignis verpasst, hat morgen noch einmal die Chance. Dann beträgt der Abstand der beiden nur neun Bogenminuten - das ist immer noch rekordverdächtig. In der ganzen Zeit vom 12. bis 30. Dezember sind die beiden Planeten nie mehr als einen halben Fingerbreit (sechzig Bogenminuten oder ein Grad) voneinander entfernt.

Wie kommt es zur Annäherung?

Da die Planeten im Sonnensystem unterschiedlich schnell um die Sonne kreisen, überholen sie sich gegenseitig auch immer wieder, ganz regelmäßig. So auch Jupiter den weiter außen liegenden Saturn: Jupiter braucht zwölf Jahre, um einmal die Sonne zu umrunden, Saturn dagegen dreißig Jahre. Dadurch ist Saturn, wenn Jupiter eine Runde vollführt hat, auf seiner eigenen Bahn ein ganzes Stück weitergezogen.

Alle 20 Jahre holt Jupiter Saturn ein und überholt ihn erneut auf der Innenbahn: Eine "Große Konjunktion" findet statt. Zuletzt war das am 31. Mai 2000 der Fall, die nächste nach 2020 wird sich am 31. Oktober 2040 ereignen. Doch beide Male mit weitaus größerem Abstand als diesmal.

Grafik: Positonen von Jupiter und Saturn im Verlauf des Monats. |

Jupiter zieht am 21. Dezember 2020 dicht an Saturn vorüber. Die Pfeile markieren die Positonen der Planeten im Verlauf des Monats.

Nah - und doch immer auf Abstand

Die Distanz zwischen Jupiter und Saturn ist bei jeder Großen Konjunktion anders. Würden beide Planeten exakt auf der gleichen Ebene wie die Erde um die Sonne kreisen, gäbe es zur Großen Konjunktion gar keinen Abstand mehr: Jupiter würde Saturn verdecken, so wie der Mond die Sonne bei einer Sonnenfinsternis.

Doch die Ebenen beider Planeten sind zueinander und zur Ebene der Erde etwas geneigt - und die Winkel dieser Neigungen sind bei jeder Großen Konjunktion ein bisschen anders. Jupiter zieht dieses Mal etwas unterhalb von Saturn vorüber. Erst in 60 Jahren wird es nochmals so eng zwischen den zwei Planeten werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Dezember 2020 um 09:19 Uhr.