Die Außenminister der Türkei und der USA, Mevlüt Cavusoglu, links, und Mike Pompeo, bei einem Treffen der NATO-Mitglieder in Brüssel Mitte Juli. | Bildquelle: REUTERS

Fall Brunson Türkei und USA heben Sanktionen auf

Stand: 02.11.2018 15:31 Uhr

Die Türkei und die USA haben ihre Sanktionen gegen Minister des jeweils anderen Landes aufgehoben. Sie waren im Streit um den unter Hausarrest gestellten US-Pastor Brunson verhängt worden.

Die Sanktionen gegen Minister der USA und der Türkei sind beendet - das teilte das türkische Außenministerium mit. Während das US-Finanzministerium entschieden habe, die Sanktionen gegen den türkischen Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu aufzuheben, habe das türkische Außenministerium die Strafmaßnahmen gegen US-Justizminister Jeff Sessions und die Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen aufgehoben. 

Die Sanktionen waren im August verhängt worden. Hintergrund war die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson. Die Türkei hatte Brunson zwei Jahre lang festgehalten und ihm unter anderem Spionage sowie Terrorunterstützung vorgeworfen. Damit setzte sich Ankara dem Vorwurf aus, Brunson einen politisch motivierten Prozess zu machen.

Freilassung Brunsons sorgt für Entspannung

Mitte Oktober hatte ein türkisches Gericht Brunson zu etwas mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht ließ den 50-Jährigen aber frei, weil er bereits knapp zwei Jahre festgehalten worden war. Stunden später wurde er aus der Türkei geflogen.

Brunson lebte mehr als 20 Jahre lang in der Türkei. Er war Pastor an einer evangelikalen Kirche in Izmir, als er wenige Monate nach dem Putschversuch vom Juli 2016 in der Türkei festgenommen wurde und im Dezember desselben Jahres in Untersuchungshaft kam. Die türkischen Behörden warfen ihm Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung vor. Der Pastor hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2018 um 16:00 Uhr.

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