Salvini bei einer PK in Wien | Bildquelle: FLORIAN WIESER/EPA-EFE/REX/Shutt

AU kritisiert Innenminister Empörung über Salvinis Sklaven-Vergleich

Stand: 19.09.2018 14:35 Uhr

Migranten als neue Sklaven - mit dieser Äußerung hat Italiens Innenminister für Empörung gesorgt. Die Afrikanische Union forderte, die "abfällige Bemerkung" zurückzuziehen. Salvini selbst fühlt sich falsch verstanden.

Die Afrikanische Union (AU) hat "fassungslos" auf die Aussage von Italiens Innenminister Matteo Salvini reagiert, der Migranten aus Afrika als "neue Sklaven" bezeichnet hatte. Vize-Regierungschef Salvini solle seine "abfällige Erklärung" zurücknehmen, forderte die AU. So würden keine Herausforderungen gelöst.

"In Italien gibt es die Notwendigkeit, unseren Kindern zu helfen"

Der rechtspopulistische Politiker hatte am vergangenen Freitag bei einer Konferenz in Wien mit seiner Äußerung für Aufregung gesorgt. Auf den Einwand des luxemburgischen Innenministers Jean Asselborn, wegen der alternden Bevölkerung brauche Europa Migranten, hatte er gesagt: "Ich sehe die Dinge ganz anders."

Es könne nicht darum gehen, die Besten aus der afrikanischen Jugend herzuholen, um Europäer zu ersetzen, die keine Kinder bekämen. "In Italien gibt es die Notwendigkeit, unseren Kindern zu helfen, Kinder zu bekommen - und nicht, neue Sklaven zu haben, um die Kinder zu ersetzen, die wir nicht haben." Vielleicht gebe es diesen Bedarf in Luxemburg, nicht aber in Italien. Asselborn unterbrach ihn erbost, verwies auf die italienischen Gastarbeiter und fügte ein "Scheiße noch mal" hinzu.

Archiv: Matteo Salvini, Innenminister von Italien, und Jean Asselborn, Innenminister von Luxemburg | Bildquelle: dpa
galerie

Salvini und Asselborn im Juli. Schon damals gab es böse Blicke.

Salvini will sich nicht entschuldigen

Auch die AU hielt Salvini die vielen italienischen Auswanderer bis in die 1970er-Jahre vor und fügte hinzu, die derzeitige "Flüchtlingskrise" schaffe für Europa und Afrika die Möglichkeit, einen Dialog über die Migration hinaus auch über eine Entwicklungszusammenarbeit zu führen. "Die Geschichte, Geopolitik und Zukunft Afrikas und Europas sind so verflochten, dass die zwei Kontinente sich nicht gegenseitig wegwünschen können", hieß es in der Erklärung der Afrikanischen Union.

Und Salvini? Der Innenminister sagte, er habe sich für nichts zu entschuldigen. Er dementiere jedwede Gleichsetzung von Migranten mit Sklaven. "Im Gegenteil, meine Erklärungen in Wien waren zur Verteidigung der Migranten, die manch einer als Sklaven benutzen will", sagte Salvini bei einer Pressekonferenz in Rom.

Nach ihrem Wortgefecht in Wien hatte Asselborn Salvini vorgeworfen, "die Methoden und Töne der Faschisten der 1930er-Jahre" zu verwenden. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2018 um 12:50 Uhr in der Sendung "Die internationale Presseschau".

Darstellung: