Ein Bild von Emiliano Sala liegt auf dem Rasen des Stadions von Cardiff City. | Bildquelle: AP

Verunglückter Fußballer Salas Pilot flog ohne gültige Lizenz

Stand: 13.03.2020 18:59 Uhr

Vor mehr als einem Jahr starb der argentinische Fußballer Sala bei einem Flugzeugabsturz - nun liegt der Abschlussbericht vor. Demnach hatte der Pilot keine gültige Lizenz und war zu schnell unterwegs.

Der Pilot des im vorigen Jahr tödlich verunglückten Fußballers Emiliano Sala hatte keine gültige Lizenz für kommerzielle Flüge. Das geht aus dem Abschlussbericht der britischen Flugunfallbehörde hervor, der nun veröffentlicht wurde. Demnach hatte der 59-jährige Hobbypilot auch noch keine Trainingsstunden für Nachtflüge absolviert und hätte nachts nicht fliegen dürfen. Zudem litt er wahrscheinlich zum Zeitpunkt des Absturzes an einer Kohlenmonoxidvergiftung und flog zu schnell. Er verlor offenbar die Kontrolle über das Kleinflugzeug, als er schlechtem Wetter ausweichen wollte.

Maschine bei Manöver zerbrochen

Beide Männer starben am Abend des 21. Januar 2019 beim Flug mit einer Propellermaschine von Frankreich nach Wales über dem Ärmelkanal. Nach Angaben der ermittelnden Behörde für Flugunfalluntersuchungen (AAIB) stürzte die Maschine nach einem missglückten Manöver mit einer Geschwindigkeit von 435 Kilometern pro Stunde nahe der Kanalinsel Guernsey kopfüber ins Meer.

AAIB-Ermittlerin Alison Campbell sagte bei der Veröffentlichung des Berichts, das Flugzeug sei gegen Ende erratisch geflogen, als der Pilot versuchte, eine Schlechtwetterfront zu umfliegen. "Das Wetter war schlecht, und aus seinen Funksprüchen ging klar hervor, dass er manövrieren musste, um dies zu umgehen." Das Flugzeug zerbrach bei dem Manöver, das bei zu hoher Geschwindigkeit ausgeführt wurde. Den folgenden Aufprall habe niemand überleben können, so die Behörde.

"Dann wisst ihr schon Bescheid"

Der zuvor für den FC Nantes aktive Argentinier Sala war nach einem Millionentransfer auf dem Weg zu seinem neuen Verein Cardiff City. Erst nach beinahe zweiwöchiger Suche wurde das Flugzeug am Meeresgrund entdeckt. Laut der Obduktion starb Sala an Verletzungen am Kopf und am Rumpf. Die Leiche des Piloten wurde nie gefunden. Beide Fußballvereine streiten immer noch darum, ob ein Teil der Transfersumme gezahlt werden muss.

Auf den Flug in der Propellermaschine hatte sich der 28-Jährige Berichten zufolge aus Zeitgründen eingelassen. Er ahnte wohl, dass etwas nicht in Ordnung war: Noch kurz vor dem Unfall schickte er eine Sprachnachricht an seine Freunde. "Ich bin hier oben im Flugzeug, das anscheinend gleich in seine Einzelteile zerfällt, und bin auf dem Weg nach Cardiff", hieß es in einer nach dem Unglück veröffentlichten Audiodatei. "Wenn ihr in eineinhalb Stunden keine Neuigkeiten von mir hört: Ich weiß gar nicht, ob die überhaupt jemanden schicken, um nach mir zu suchen, weil sie mich sowieso nicht finden werden. Dann wisst ihr schon Bescheid."

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