Heiko Maas | Adam Berry/POOL/EPA-EFE/Shutters

Zusage von Außenminister Maas 100 Millionen Euro für die Sahelzone

Stand: 20.10.2020 15:03 Uhr

Armut, Gewalt, Hunger - und nun auch noch Corona: In der Sahelzone sind Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bei einer Geberkonferenz sagte Außenminister Maas nun 100 Millionen Euro zu.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat für die Sahelzone 100 Millionen Euro Hilfen zugesagt. "Heute sagt Deutschland für 2020 und die darauf folgenden Jahre 100 Millionen Euro an humanitärer Unterstützung zu, die unsere Verpflichtungen in den Bereichen Resilienz und Stabilisierung ergänzt", sagte er laut Redemanuskript auf einer von Dänemark, Deutschland, der EU sowie den Vereinten Nationen organisierten Video-Geberkonferenz.

Die Warnlampen in der Sahelregion stünden auf "dunkelrot", so Maas weiter. Und trotz der großen Bemühungen und des Einsatzes des Welternährungsprogrammes, das auch hierfür den Friedensnobelpreis erhalten habe, seien im Zentralsahel weiterhin mehr als 16 Millionen Menschen von Hunger bedroht. "Für 60 Prozent des humanitären Bedarfs in der Sahelzone fehlt die finanzielle Unterstützung."

Maas rief dazu auf, die internationalen Bemühungen "umfassend, nachvollziehbar und gut koordiniert" zu gestalten. Hierfür müssten humanitäre Hilfe und Entwicklungsfinanzierung besser miteinander verzahnt werden. Es brauche auch zusätzliches Engagement im Bereich Konfliktbeilegung und Friedenssicherung. Der Außenminister appellierte zudem an alle Konfliktparteien, ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten und humanitäre Helfer zu schützen.

Lage durch Corona-Pandemie verschlimmert

Im Grenzgebiet von Burkina Faso, Mali und Niger führen Konflikte zwischen staatlichen und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen seit Jahren zu Unsicherheit, Armut und Hunger. Nach Angaben von Hilfswerken sind nahezu 1,6 Millionen Menschen aus dem Gebiet bereits vertrieben worden. Das Auswärtige Amt spricht von "einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit". Die Covid-19-Pandemie hat die Lage in den vergangenen sechs Monaten drastisch verschärft.

Mit dem erhofften Geld sollten nach der Geberkonferenz nicht nur Millionen Menschen vor Hunger und Elend bewahrt werden, sagte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Vielmehr sei die Region südlich der Sahara eine Brutstätte für Extremisten, Terroristen und Kriminelle, die auch Europa und den Rest der Welt bedrohten. "Wenn die Lage sich dort weiter alarmierend verschlechtert, wird das Folgen für alle haben."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Oktober 2020 um 16:00 Uhr.