Der schiitische Geistliche Moktada al-Sadr, Sieger der Parlamentswahl im Irak. | Bildquelle: REUTERS

Amtliches Endergebnis Al-Sadr gewinnt Wahl im Irak

Stand: 19.05.2018 04:25 Uhr

Der einflussreiche schiitische Geistliche al-Sadr ist der offizielle Sieger der Parlamentswahl im Irak. Seine Bewegung habe die meisten Sitze für sich entschieden, teilte die irakische Wahlkommission mit.

Im Irak hat das Lager des schiitischen Geistlichen Moktada al-Sadr die erste Parlamentswahl nach dem Sieg über die Terrormiliz "Islamischer Staat" gewonnen. Auf Sadrs Wahlliste "Sairun" seien 54 der 329 Sitze im Parlament entfallen, teilte die Wahlkommission mit.

Sadr, der Distanz zum Iran hält und auch ein langjähriger Gegenspieler der USA ist, kann selbst nicht Regierungschef werden, da er bei der Wahl nicht angetreten war. Allerdings hat er ein gewichtiges Wort bei Verhandlungen mitzureden. Diese dürften sich hinziehen, die Regierung sollte aber binnen 90 Tagen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gebildet werden.

Ministerpräsidenten durchsetzen

Der Sieg von Sadrs Liste "Sairun" (Wir marschieren) führt nicht automatisch dazu, dass er einen Ministerpräsidenten durchsetzen kann. Die anderen starken Gruppierungen müssten einer Nominierung zustimmen. So kommt der Anführer der wichtigsten irakischen Schiiten-Miliz, Hadi al-Amiri, der vom Iran unterstützt wird, mit seinem Block Al-Fatih auf den zweiten Platz. Er holte 47 Parlamentssitze.

Der vom Westen unterstützte bisherige Ministerpräsident Haider al-Abadi und seine Siegesallianz landeten laut Wahlkommission auf dem dritten Platz. Sie verfügen über 42 Mandate. Dennoch ist es gut möglich, dass al-Abadi als Ministerpräsident weiterregieren wird, denn er gilt als potenzieller Partner al-Sadrs bei einer Regierungsbildung.

Der einflussreiche irakische Geistliche Muktada al-Sadr, rechts, bei Stimmabgabe für die Parlamentswahl. | Bildquelle: AFP
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Sadr, hier bei der Stimmabgabe während der Parlamentswahl, hat vor allem unter den jungen und mittellosen Irakern viele Anhänger.

Sadr: "Die Reform ist siegreich"

Sadr hat vor allem unter den jungen und mittellosen Irakern viele Anhänger. Er hat Korruption und schlechte Regierungsführung zu seinem Thema gemacht. In einem Tweet schrieb Sadr kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses: "Die Reform ist siegreich, und die Korruption nimmt ab."

Seine Popularität zieht der Wahlsieger auch aus dem Ansehen seines Vaters Mohammed Sadek al-Sadr. Der Großajatollah war 1999 wegen seines Widerstands gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein ermordet worden. Nach ihm ist "Sadr-City" benannt, ein Stadtteil im Nordosten Bagdads.

Schiitischer Geistlicher gewinnt wie erwartet Parlamentswahl im Irak
Nina Amin, SWR
19.05.2018 10:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Mai 2018 um 03:00 Uhr.

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