Eine Maschine der Airline Ryanair | Bildquelle: REUTERS

Arbeitskampf bei Billigflieger Ryanair-Piloten kündigen Streik an

Stand: 12.12.2017 16:24 Uhr

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat zum Streik beim Billigflieger Ryanair aufgerufen. Es sei ab sofort mit Streikmaßnahmen zu rechnen, teilte die Gewerkschaft mit, ohne konkrete Termine zu nennen. Die Weihnachtstage sollen aber nicht betroffen sein.

Beim irischen Billigflieger Ryanair kündigt sich der erste Pilotenstreik der Geschichte an. Die Vereinigung Cockpit hat zu Streiks an den deutschen Basen aufgerufen. Sie nannte zunächst keine Termine für die geplanten Ausstände, um Gegenmaßnahmen zu erschweren. Die Weihnachtstage sollen aber bis einschließlich 26. Dezember nicht bestreikt werden.

Es gehe um eine "verlässliche Zukunft" für die Piloten und Tarifverträge, sagte Ilja Schulz, der Präsident der Pilotenvereinigung Cockpit im SWR. Deshalb könne der Streik auch länger dauern. "Wir werden solange agieren, bis dieses Ziel erreicht ist", so Schulz weiter. Kunden würden aber rechtzeitig über ausfallende Flüge informiert.

Ärger überwiege Angst vor Unternehmen

Die Pilotengewerkschaft habe gerade jetzt zu dem Streik aufgerufen, weil der Ärger über Ryanair inzwischen größer sei als die Angst vor dem Unternehmen. "Sie müssen sich vorstellen, dass ein Ryanair-Pilot innerhalb weniger Tage von einer Station woandershin versetzt werden kann. Er weiß dann gar nicht, ob er an der anderen Station das gleiche verdient oder weniger", so Schulz. "Diese Willkür wollen diese Piloten nicht mehr. Sie wollen eine verlässliche Zukunft haben. Und die kriegen sie nur mit Tarifverträgen über Gewerkschaften."

Cockpit einer Ryanair-Maschine in Dublin | Bildquelle: dpa
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Termine für die Streiks der Piloten nannte die Gewerkschaft noch nicht.

Zuvor hatten bereits Gewerkschaften in Italien und Portugal für Arbeitskämpfe mobilisiert. An der Basis in Dublin haben sich irische Piloten per Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen.

"Wir geben Ryanair eine letzte Gelegenheit, Streiks in Deutschland abzuwenden, indem sie nun unverzüglich die Bereitschaft erklären, über Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verhandeln", so Schulz. Maßstab seien hier die Tarifbedingungen der Tuifly, die wie Ryanair eine Flotte bestehend aus Boeing 737 betreibt.

Ryanair-Piloten kündigen Streik an
tagesschau 15:00 Uhr, 12.12.2017, Klaus-Rainer Jackisch, HR

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Ryanair lehnt Verhandlungen kategorisch ab

Ryanair lehnt Verhandlungen mit der Vereinigung Cockpit trotz der Streikandrohung kategorisch ab. Das ließ der Konzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa wissen. "Ryanair hat keine Mitteilung über Arbeitskampfmaßnahmen deutscher Piloten erhalten", hieß es in einem Statement. Man gehe daher davon aus, dass es sich um reine Öffentlichkeitsarbeit der Pilotenvereinigung handle. Wenn es zu Streiks kommen sollte, werde man sich damit "frontal" auseinandersetzen. In keinem Fall aber werde man mit VC verhandeln oder die Gewerkschaft anerkennen.

Nach Angaben der Vereinigung Cockpit laufen Ryanair in Scharen die Piloten davon, weil fast alle anderen Fluggesellschaften bessere Arbeitsbedingungen bieten, als Ryanair selbst, und weil derzeit europaweit viele Piloten gesucht werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Dezember 2017 um 12.00 Uhr.

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