Vor dem NATO-Hauptquartier in Brüssel wehen die Flaggen der NATO-Mitgliedsländer im Wind. | AP

Angriff Russlands auf die Ukraine Scholz: "Dunkler Tag für Europa"

Stand: 24.02.2022 07:30 Uhr

US-Präsident Biden und Bundeskanzler Scholz haben den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf verurteilt. Sie kündigten eine enge Abstimmung innerhalb der G7 zusammen mit der NATO und der EU an.

US-Präsident Joe Biden hat den "unprovozierten und ungerechtfertigten" russischen Angriff auf die Ukraine in einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verurteilt. Er habe ihn soeben über die weiteren geplanten Maßnahmen gegen Russland von Seiten der USA und der westlichen Verbündeten unterrichtet, inklusive "harter Sanktionen", erklärte Biden.

Das werde er heute auch mit seinen Amtskollegen aus der Gruppe der sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen besprechen, sagte Biden. Selenskyj habe ihn gebeten, die Staatenlenker aufzufordern, sich klar gegen Präsident Wladimir Putins "schamlose Aggression auszusprechen und dem ukrainischen Volk beizustehen", erklärte Biden. "Wir werden der Ukraine und dem ukrainischen Volk weiter Hilfe und Unterstützung zukommen lassen", erklärte Biden.

Scholz: "Eklatanter Bruch des Völkerrechts"

Bundeskanzler Olaf Scholz nennt den Angriff Russlands auf die Ukraine einen "eklatanten Bruch des Völkerrechts".

Er ist durch nichts zu rechtfertigen. Deutschland verurteilt diesen rücksichtslosen Akt von Präsident Putin aufs Schärfste. Unsere Solidarität gilt der Ukraine und ihren Menschen. Russland muss diese Militäraktion sofort einstellen.

Scholz kündigte noch für den Lauf des Tages eine enge Abstimmung mit den Partnern innerhalb der G7, der NATO und der EU an. "Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa", erklärte er in einer ersten Reaktion.

EU-Spitzen verurteilen Angriff auf Ukraine scharf

Auch die EU-Spitzen Charles Michel und Ursula von der Leyen verurteilten den russischen Angriff auf die Ukraine scharf, beide drohten mit weiteren Sanktionen. "Wir verurteilen den ungerechtfertigten Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste", schrieben der Ratschef und die Kommissionspräsidentin am Morgen gleichlautend auf Twitter.

Zugleich kündigten sie an: "Wir werden den Kreml dafür zur Rechenschaft ziehen." Ihre Gedanken seien in diesen dunklen Stunden bei der Ukraine und den unschuldigen Frauen, Männern und Kindern, die um ihr Leben fürchteten.

NATO will alle Verbündeten schützen

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte ein Treffen der Verteidigungsallianz an. "Die NATO-Verbündeten werden zusammenkommen, um die Folgen der aggressiven Handlungen Russlands zu erörtern", erklärt er in einem Statement. "Die NATO wird alles tun, was nötig ist, um alle Verbündeten zu schützen und zu verteidigen." Er forderte Russland auf, die Militäraktion sofort zu stoppen.

"Russlands Vorgehen wird schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen", teilte Kanadas Premier Justin Trudeau mit. Er werde sich mit den G7-Partnern treffen, "und wir werden weiterhin eng und schnell mit der Nato und unseren Verbündeten zusammenarbeiten, um gemeinsam auf diese rücksichtslosen und gefährlichen Handlungen zu reagieren". Kanada werde zudem zusätzliche Maßnahmen gegen Moskau ergreifen.

Johnson entsetzt über Ereignisse

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, er sei entsetzt über die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine und habe mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen, um die nächsten Schritte zu besprechen. "Präsident Putin hat einen Weg des Blutvergießens und der Zerstörung gewählt, indem er diesen unprovozierten Angriff auf die Ukraine gestartet hat", schrieb Johnson auf Twitter.

UN: Dem Frieden eine Chance geben

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die Angriffe in der Ukraine einzustellen und dem Frieden eine Chance zu geben.

Die deutsche UN-Botschafterin Antje Leendertse fordert Russland auf, alle militärischen Aktionen gegen die Ukraine unverzüglich einzustellen und die Truppen abzuziehen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. Februar 2022 um 07:01 Uhr.