Polizeiwagen begleiten Busse, die das Moskauer Lefortowo-Gefängnis verlassen. | Bildquelle: AFP

Russland und Ukraine Gefangenenaustausch offenbar angelaufen

Stand: 07.09.2019 12:42 Uhr

In Russland und der Ukraine ist offenbar der von beiden Präsidenten angekündigte "großangelegte Gefangenenaustausch" gestartet. Medien berichteten von Bussen, die aus Gefängnissen zu Flughäfen in Moskau und Kiew rollten.

Russland und die Ukraine haben offenbar den vor wenigen Tagen angekündigten Gefangenenaustausch gestartet. Wie russische Medien berichteten, hätten mehrere Busse das Moskauer Lefortowo-Gefängnis verlassen und seien wenig später auf dem Wnukowo-Flughafen angekommen. Gleichzeitig seien Busse mit russischen Gefangenen auf dem Kiewer Flughafen eingetroffen, berichtete das ukrainische Fernsehen. Die Betroffenen auf beiden Seiten sollen aufgrund von Bürgschaften und Begnadigungen freikommen.

Russland und Ukraine lassen Häftlinge frei
tagesschau 12:00 Uhr , 07.09.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Moskau und Kiew hatten auf Initiative des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit Ende Juli über den Austausch von Gefangenen zur Entspannung der beiderseitigen Beziehungen verhandelt. Kremlchef Wladimir Putin hatte am Donnerstag den Austausch angekündigt, der "einen großer Schritt hin zur Normalisierung" der russischen Beziehungen mit der Ukraine bedeute. Selenskyj hofft, dass der Handel neuen Schwung in die festgefahrenen Verhandlungen über einen Frieden in der Ostukraine bringt. Frei kommen sollten auf jeder Seite 35 Gefangene. Offiziell bestätigt war die Zahl zunächst nicht.

Senzow offenbar Teil des Austauschs

Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind seit Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 äußerst angespannt. Russischen und ukrainischen Medien zufolge verhandelten beide Seiten seit Wochen über den Gefangene-Austausch.

Freikommen sollten unter anderem der seit mehr als fünf Jahren inhaftierte ukrainische Regisseur Oleg Senzow. Unter den freigelassen Gefangenen sollen auch die 22 Seeleute und zwei Geheimdienstler sein, die seit November in russischer Haft sind. "Meinen Informationen zufolge wurden sie in einen Bus gesetzt. Alle 24", sagte der Leiter ihres Anwaltteams, Nikolai Polosow. Das Staatsfernsehen übertrug die Fahrt zum Flughafen Wnukowo-2. Dort bestiegen sie ein ukrainisches Regierungsflugzeug. Es werde erwartet, dass sie "in den kommenden Stunden" in der  Ukraine eintreffen.

Hauptverdächtiger beim MH17-Abschuss kommt frei

In Verbindung mit dem geplanten Gefangenenaustausch könnte auch die überraschende Freilassung eines ehemaligen Kämpfers aus dem Separatistengebiet Donbass stehen. Ein Gericht in Kiew ließ den 58-jährigen Wladimir Zemach am Donnerstag frei. Der Ex-Kommandeur einer Luftabwehreinheit der prorussischen Rebellen soll ein Schlüsselzeuge sein für den Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 im Juli 2014 im Gebiet Donbass. Damals kamen alle 298 Insassen ums Leben.

In einem offenen Brief hatten am Mittwoch 40 EU-Abgeordnete den ukrainischen Staatschef Selenskyj davor gewarnt, Zemach nach Russland ausreisen zu lassen. Schließlich handele es sich um einen "Hauptverdächtigen" beim Abschuss von MH17, der bei den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen zu der Tragödie nicht außen vor bleiben dürfe.

Mit Informationen von Christina Nagel, ARD-Studio Moskau

Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine
Christina Nagel, ARD Moskau
07.09.2019 11:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. September 2019 um 10:00 Uhr.

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