Russische Truppen nehmen am Freitag, den 10. Dezember 2021, an Übungen auf dem Schießplatz Kadamovskiy in der Region Rostow im Süden Russlands teil. | AP

Laut ukrainischem Militär Russland sperrt Teile des Asowschen Meeres

Stand: 10.12.2021 21:54 Uhr

Laut der Ukraine soll Russland für Militärübungen große Teile des Asowschen Meers um die annektierte Halbinsel Krim gesperrt haben. Moskau fordert zugleich die Rücknahme der NATO-Zusage an die Ukraine und Georgien.

Russland soll für Militärübungen knapp 70 Prozent des Asowschen Meeres um die annektierte ukrainische Halbinsel Krim gesperrt haben. Die russische Flotte plane offenbar Schießübungen vor den ukrainischen Häfen Mariupol, Berdjansk und Henitschesk, teilten Kiews Seestreitkräfte mit.

Keine Bestätigung von russischer Seite

Eine Bestätigung der russischen Seite lag zunächst nicht vor. Am Vortag hatte der russische Grenzschutz einem Schiff der ukrainischen Marine vorgeworfen, sich ohne Erlaubnis der Meerenge von Kertsch genähert zu haben. Die Führung in Moskau sprach von einer gefährlichen Provokation. Kiew wies den Vorwurf zurück. Das Schiff "Donbass" habe die eigenen Hoheitsgewässer nicht verlassen.

Das Asowsche Meer ist ein gemeinsames Binnenmeer zwischen Russland und der Ukraine und ist nur durch die Straße von Kertsch mit dem größeren Schwarzen Meer verbunden.

Die Ukraine sieht sich im Krieg mit Russland, seit der Nachbar 2014 zuerst die Krim annektierte und danach ostukrainische Separatisten im Donbass unterstützte.

Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt deutlich verschärft. Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine gibt es Befürchtungen, Moskau könnte das Nachbarland angreifen. Die russische Regierung bestreitet, derartige Pläne zu hegen.

Russland fordert Rücknahme von NATO-Zusagen

Russland fordert nun von der NATO die Rücknahme der langfristigen Zusage einer Mitgliedschaft an die Ukraine und Georgien. Zudem solle das Militärbündnis sich verpflichten, in den an Russland grenzenden Staaten keine Waffen zu stationieren, die die russische Sicherheit gefährden könnten, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Moskau.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wies die Forderung zurück. Die Haltung der Allianz zur Ukraine bleibe unverändert, sagte er. Jede Nation habe das Recht, ihren eigenen Weg zu gehen:

Wir können nicht akzeptieren, dass Russland versucht, ein System wiederherzustellen, in dem Großmächte wie Russland Einflusssphären haben, in denen sie die Kontrolle haben und entscheiden können, was andere Mitglieder tun.

Putin hatte am Dienstag in einem virtuellen Gipfel mit seinem US-Kollegen Joe Biden beraten.

Enge Kooperation mit dem Westen

Ein NATO-Beitritt der Ukraine und Georgiens steht derzeit kurz- und mittelfristig nicht zur Debatte. Insbesondere die Ukraine kooperiert aber eng mit dem Westen, besonders mit den USA.

Washington hat zugesagt, das vom Krieg gegen pro-russische Milizen im Osten des Landes ausgezehrte ukrainische Militär mit gut 2,5 Milliarden Dollar zu unterstützen.