Ein Mann läuft durch Trümmer in Ghouta, Syrien | Bildquelle: AP

Angriffe in Syrien Wie Russland über Ost-Ghouta berichtet

Stand: 23.02.2018 12:59 Uhr

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe auf Ost-Ghouta, an denen auch Russland beteiligt ist, als "Schande". Dem russischen Fernsehzuschauer allerdings wird ein ganz anderes Bild präsentiert.

Von Hermann Krause, ARD-Studio Moskau

In allen großen Städten Russlands wird heute der "Tag der Vaterlandsverteidiger" begangen. Gezeigt wird modernes und älteres Kriegsgerät, in Wladiwostok sind Kriegsschiffe für Besucher zu besichtigen. Gefeiert wird dieses Jahr auch das 100-jährige Bestehen der Roten Armee - mit Konzerten und Marschmusik. Die Nachricht über die Lage in Ost-Ghouta rückt dabei in den Hintergrund.

Im Fernsehen wird es so formuliert: "Nun zu einem anderem Thema - die humanitäre Krise in Ost-Ghouta. In dieser Zone der Deeskalation beschießen die Kämpfer die Zivilbevölkerung. Sie benutzen die Menschen als Schutzschilder. Die Terroristen blockieren die Ausgänge der Stadt  und lassen keine humanitäre Hilfe zu."

UN kann sich nicht auf eine Waffenruhe einigen
tagesschau 13:53 Uhr, 23.02.2018

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Kein Wort über russische Bomben

Das Fernsehen zeigt verzweifelte Menschen, die in Trümmern herumirren. Kein Wort über Bombardierungen von Seiten der syrischen Luftwaffe. Dass auch russische Bomben auf die umkämpfte Stadt fallen, wie von westlichen Medien gemeldet - auch darüber kein Wort.

Generalmajor Juri Jewtuschenko erklärt stattdessen: "Die Aufrufe des russischen Zentrums für Versöhnung in Syrien an die gesetzwidrigen bewaffneten Truppen in Ost-Ghouta, mit dem Widerstand aufzuhören und ihre Waffen niederzulegen, waren erfolglos. Der Verhandlungsprozess über die friedliche Beilegung des Konfliktes in Ost-Ghouta ist abgebrochen."

Kaum eine Stadt wurde von dem Bürgerkrieg in Syrien so hart getroffen wie Aleppo. | Bildquelle: AP
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Kaum eine Stadt wurde vom Bürgerkrieg in Syrien so hart getroffen wie Aleppo.

Aleppo dient als Blaupause

Der Fall und die Zerstörung von Aleppo dient anscheinend als Blaupause. Auch Ost-Aleppo erlebte einen wochenlangen Feuersturm, bis nur noch Ruinen übrig blieben. Dass nun auch der angeblichen Rebellenhochburg Ost-Ghouta ähnliches bevorsteht, deutet auch der pro-Kreml orientierte Nahost-Experte Wladimir Jewsejew an:

"Von Ost-Ghouta aus ist die Situation in Damaskus sehr einfach zu destabilisieren. Deshalb ist es für den Westen wichtig, dass dort weiterhin eine angespannte Situation existiert. Dort gibt es die Möglichkeit, Bilder über die Vernichtung von Zivilisten durch das blutige Assad-Regime zu zeigen. Dies aber entspricht nicht der Realität."

Russen werfen westlichen Medien "Fake News" vor

Mit anderen Worten: In absehbarer Zeit wird es keinen Waffenstillstand in Ost-Ghouta geben. Dass sich die russische Position ändert, ist im Moment eher nicht zu erwarten. Den westlichen Medien wird vorgeworfen, wieder einmal "Fake News" über die Lage in Syrien zu verbreiten. Und diese dienten westlichen Politikern als Grundlage für Fehlentscheidungen und Fehleinschätzungen.

Währenddessen bedankte sich Präsident Wladmir Putin anlässlich des "Tages der Vaterlandsverteidiger" bei einem Treffen mit Offizieren ausdrücklich bei all denen, die am Einsatz in Syrien teilgenommen haben und teilnehmen.  

100 Jahre Rote Armee: Wirklich ein Grund zu feiern?
Hermann Krause, ARD Moskau
23.02.2018 12:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2018 um 13:25 Uhr.

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