Tschita

Russland Soldat erschießt acht Kameraden

Stand: 25.10.2019 18:32 Uhr

Ein russischer Wehrdienstleistender hat auf einem Stützpunkt in Südsibirien acht Soldaten erschossen und mindestens zwei weitere verletzt. Er soll zuvor einen Nervenzusammenbruch erlitten haben.

In einer Garnison in Südsibirien hat ein russischer Wehrdienstleistender acht Soldaten erschossen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

Demnach wurden auch mindestens zwei Menschen verletzt. Sie werden derzeit in einem Militärkrankenhaus behandelt, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr.

Schütze soll "persönliche Probleme" gehabt haben

Der Schütze sei festgenommen worden, hieß es. Er habe persönliche Probleme gehabt und einen Nervenzusammenbruch erlitten, bevor er auf seine Kameraden geschossen habe. Der Vorfall ereignete sich in Gorny nahe der Stadt Tschita in der Region Transbaikalien.

Andrej Kuroschkin von der Soldatenorganisation Komitee der Soldatenmütter erklärte, derartige Gewaltausbrüche in Kasernen und auf Militärstützpunkten seien im Allgemeinen die Folge von Misshandlungen und Verzweiflung. "Die Vorgesetzten verschließen die Augen vor Fällen von systematischem Mobbing", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Mögliche Mobbingopfer hätten keinerlei Möglichkeit, sich zu beschweren oder Hilfe zu holen, weil ihre Mobiltelefone eingezogen und alle Gespräche mit Verwandten überwacht würden.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 25. Oktober 2019 um 18:13 Uhr.

Darstellung: