Ein Gebäude auf einem militärischen Gelände nahe der russischen Stadt Njonoksa. | Bildquelle: AFP

Anordnung zurückgenommen Bewohner sollen Dorf doch nicht verlassen

Stand: 14.08.2019 03:25 Uhr

Ursprünglich hatte das russische Militär Bewohner eines Dorfes aufgefordert, ihren Ort vorübergehend zu verlassen. Das gilt jetzt nicht mehr. In der Nähe des Dorfes hatte es einen Unfall bei einem Raketentest gegeben.

Das russische Militär hat eine Evakuierungsanordnung für das Dorf Njonoksa Stunden nach seiner Empfehlung wieder aufgehoben. Geplante Aktivitäten auf einem militärischen Testgelände in der Nähe seien abgesagt worden, deshalb müssten die Anwohner das Gebiet nicht verlassen, erklärte eine Sprecherin der Regionalbehörde von Sewerodwinsk unter Verweis auf das Militär. Um welche Aktivitäten es sich handeln sollte, wurde nicht gesagt.

Auf dem Testgelände bei Njonoksa waren am Donnerstag bei der Explosion eines Raketenmotors fünf Atomingenieure ums Leben gekommen. Das staatliche Nuklearunternehmen Rosatom erklärte dazu, die Ingenieure hätten eine "nukleare isotopische Antriebsquelle" getestet. Anschließend stellten die Behörden in der 183.000-Einwohner-Stadt Sewerodwinsk eine kurzzeitig erhöhte Strahlung fest, was die Bevölkerung beunruhigte.

Inzwischen betonen Behördensprecher, davon sei keine Gesundheitsgefährdung ausgegangen.

Normaler Wert um das 16-fache überschritten

Gestern hatte der russische Wetterdienst Rosgidromet bekanntgegeben, dass am Unfalltag zeitweise eine erhöhte radioaktive Strahlung in der Gegend um Sewerodwinsk gemessen worden sei. Der natürliche Wert von 0,11 Mikrosievert pro Stunde sei um das 16-fache überschritten worden. Innerhalb von zwei Stunden sei ein Wert von bis zu 1,78 Mikrosievert pro Stunden gemessen worden. Die Werte seien aber noch am selben Tag in den Normalbereich gesunken.

Die Umweltorganisation Greenpeace sprach sogar von einer 20-fachen Überschreitung des natürlichen Niveaus. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO steigt das Krebsrisiko jedoch erst ab einem Wert von 50.000 Mikrosievert.

Die Stadtverwaltung von Sewerodwinsk hatte zuvor lediglich einen kurzzeitigen Anstieg der radioaktiven Strahlung eingeräumt.

Russische Behörden geben weitere Details über Raketentest preis
Sabine Stöhr, ARD Moskau
13.08.2019 18:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. August 2019 um 06:50 Uhr.

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