Die Fregatte "HNLMS Evertsen" der Königlich Niederländischen Marine sticht in Istanbul auf dem Weg zum Schwarzen Meer in See. (Archivbild: 14. Juni 2021) | REUTERS

Zwischenfall im Schwarzen Meer Niederlande werfen Russland Scheinangriff vor

Stand: 30.06.2021 08:30 Uhr

Russische Kampfflugzeuge sollen die niederländische Fregatte "HNMLS Evertsen" im Schwarzen Meer wiederholt bedrängt und "Schein-Attacken" geflogen haben. Das sagt das niederländische Verteidigungsministerium. Moskau widerspricht.

Zwischen russischen Kampfflugzeugen und einem niederländischen Kriegsschiff im Schwarzen Meer hat es nach Angaben aus Den Haag einen Zwischenfall gegeben. Die Niederlande werfen Moskau einen simulierten Angriff vor.

Wie das Ministerium twitterte, hätten die Flugzeuge die Fregatte "HNMLS Evertsen" am vergangenen Donnerstag im Südosten der Krim-Halbinsel über einen Zeitraum von fünf Stunden "wiederholt bedrängt" und dabei "Schein-Attacken" geflogen, teilte das niederländische Verteidigungsministerium mit. Moskau widersprach: Die Flugzeuge hätten "in sicherem Abstand" und "in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln" operiert. 

"Störung an der elektronischen Ausrüstung"

Die russischen Flugzeuge seien mit Bomben und Luft-Boden-Raketen bewaffnet gewesen, erklärte das Ministerium in Den Haag weiter. Es sei auch "zu Störungen an der elektronischen Ausrüstung" gekommen. Verteidigungsministerin Ank Bijleveld-Schouten nannte das Verhalten der russischen Streitkräfte "unverantwortlich".

Die "Evertsen" habe sich während dieses Zwischenfalls südöstlich der von Russland besetzten Krim in internationalen Gewässern befunden. Einen Tag davor hatte die in Sewastopol stationierte russische Schwarzmeerflotte nach eigenen Angaben ein britisches Kriegsschiff, das in die Nähe der Krim gekommen war, mit Warnschüssen und Bombenabwürfen zum Kurswechsel gezwungen. Russland hatte das Manöver als Provokation bezeichnet und vor den Gefahren eines solchen Vorgehens gewarnt.

Die Ukraine und die USA starteten zusammen mit mehr als 30 weiteren Staaten am Montag eine zweiwöchige Militärübung im Schwarzen Meer. Das Manöver "Sea Breeze" hat seit 1997 bereits 21 Mal stattgefunden. Es gilt im Ukraine-Russland-Konflikt als Rückendeckung des Westens für die Regierung in Kiew und wird von Moskau regelmäßig kritisiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2021 um 06:00 Uhr.