Der russische Ex-Journalist Iwan Safronow am Tag der Urteilsverkündung in seinem Berufungsprozess. | REUTERS

22 Jahre Haft für russischen Ex-Journalisten Safronow verliert Berufungsprozess

Stand: 07.12.2022 17:51 Uhr

Der frühere russische Journalist Safronow hat seinen Berufungsprozess verloren. Er soll nun für 22 Jahre in eine Strafkolonie mit erschwerten Bedingungen. Selbst für russische Verhältnisse ist dies ein hartes Urteil.

Der russische Ex-Journalist Iwan Safronow hat seinen Berufungsprozess verloren. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA. Safronow hatte sich gegen seine Verurteilung zu 22 Jahren Straflager unter strengen Haftbedingungen gewehrt, was selbst für russische Verhältnisse ein hartes Urteil ist. Als der Richter die Berufung wie erwartet ablehnte, reagierte Safronow mit einem Lachen.

Das Urteil ist nun rechtskräftig. Zusätzlich war Safronow zu einer Geldstrafe von 500.000 Rubel und einer Freiheitsbeschränkung von zusätzlich zwei Jahren wegen Hochverrats verurteilt worden. Er soll Staatsgeheimnisse an westliche Nachrichtendienste weitergegeben haben. Safronow hat dies stets bestritten. Zuletzt und bis zu seiner Festnahme im Jahr 2020 war er ein Berater des Chefs der russischen Weltraumbehörde Roskosmos.

Berichte über Militär-Unfälle und brisante Rüstungsdeals

Als Journalist hatte Safronow zuvor über Unglücksfälle beim russischen Militär und über brisante Rüstungsdeals geschrieben, auch über einen umstrittenen Verkauf russischer Kampfjets an Ägypten. Die Informationen, die er verwendet hat, seien alle öffentlich zugänglich gewesen.

Beweise für das Gegenteil habe die Staatsanwaltschaft nie vorgelegt, hatten seine Anwälte während des ursprünglichen Prozesses gesagt. Gegen drei von ihnen wurden während dessen ebenfalls Ermittlungen eingeleitet.

Mit Informationen von Christina Nagel und Annette Kammerer, ARD-Studio Moskau