Russlands Präsident Wladimir Putin (links im Bild) am Tisch mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu. | Bildquelle: ALEXEY NIKOLSKY/SPUTNIK/KREMLIN

INF-Vertragsende Russland will neue Raketen entwickeln

Stand: 05.02.2019 12:59 Uhr

Russland will nach dem Aufkündigen des INF-Abrüstungsvertrags schnell neue Waffensysteme entwickeln: In nur zwei Jahren will Moskau über landgestützte Langstreckenraketen und modernere Satelliten verfügen.

Direkt nach dem Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag hatte Russland angekündigt, sich modernere Waffensysteme zuzulegen - nun lässt Moskau wenige Tage später Taten folgen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, in diesem und im kommenden Jahr werde die landgestützte Variante des Kalibr-Marschflugkörpers entwickelt, den bislang die russische Marine einsetzt.

Die Kalibr-Marschflugkörper hätten sich in Syrien bewährt, hieß es - dort unterstützt Russland seit 2015 mit Militärschlägen Präsident Baschar Al-Assad im Kampf gegen verschiedene Milizen und die Terrorgruppe "Islamischer Staat".

INF-Vertrag verbot landgestützte Raketen

Schoigu begründete den Schritt mit dem Ausstieg der USA aus dem INF-Abrüstungsvertrag, der landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern verbot. Russland hatte wenig später seinerseits den Ausstieg aus dem Abkommen von 1987 erklärt. "Jetzt kommt es darauf an, die Reichweite der heute zu entwickelnden bodengestützten Raketensysteme zu erhöhen", sagte Schoigu.

Auch seine Militärsatelliten im Weltall will Russland demnach umrüsten: "Die Erfahrung in Syrien zeigt, dass für einen effizienten Einsatz von Präzisionswaffen detaillierte Karten notwendig sind", sagte der Minister. Die Daten könnten nur mithilfe modernerer Satelliten gewonnen werden - etwa mit Kameras mit höherer Bildauflösung.

Georg Mascolo, NDR, mit Informationen über den INF-Vertrag
tagesschau24 12:00 Uhr

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Gegenseitige Verstoß-Vorwürfe

Nach Einschätzung von US-Militärexperten gibt es die landgestützte Version des Kalibr-Marschflugkörpers ohnehin schon. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, den INF-Vertrag zu verletzen. Noch bleibt eine halbjährige Kündigungsfrist, während derer der Vertrag überarbeitet oder wieder in Kraft gesetzt werden könnte.

Nach Ausstieg aus INF-Vertrag: Russland will neue Raketen entwickeln
Sabine Stöhr, ARD Moskau
05.02.2019 17:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Februar 2019 um 12:15 Uhr.

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